Young Fresh Fellows
„Loft“
Yep Roc (VÖ: 27.3.)
Scott McCaughey und Band mit fabelhaftem Power-Pop.
Seit mehr als vier Jahrzehnten spielen die Young Fresh Fellows ihren hibbeligen und immer auchein bisschen lustigen Power-Pop, College-Rock und Prä-Grunge. Das erste Album des Quartetts um Scott McCaughey (The Minus 5) erschien 1984 und hieß „The Fabulous Sounds Of The Pacific Northwest“ – ebendiesen fabelhaften Sound formulierte die Band auf seither einem Dutzend Alben aus. Dabei ging es immer um musikalische Freundschaften – Butch Vig, Robyn Hitchcock und Peter Buck waren prominente Mitstreiter (McCaughey war Sideman bei R.E.M.). Auch auf diesem neuen Werk ist die Gästeliste lang: Unter anderen sind John Stirratt (Wilco), Jonathan Segel (Camper Van Beethoven), Jenny Conlee (The Decemberists) und Mark Greenberg (Eleventh Dream Day) dabei. Peter Buck spielt seine zwölfsaitige Rickenbacker.
Den prominentesten Spot aber hat Neko Case – sie singt den British-Invasion-Rocksong „Destination“. „Loft“ entstand zum Teil im gleichnamigen Tonstudio der Band Wilco in Chicago. Es fängt den für YFF typischen Offbeat-Witz, Fuzz-Rock und Power-Pop in elf neuen Songs ein. Die Energie ist merklich größer als auf dem letzten Werk („Toxic Youth“, 2020), was vielleicht mit dem neuen Drummer John Perrin (NRBQ) zu tun hat. „I’m A Prison“ und „Whispering Hole“ sind voll aufgedrehter Punkrock, „Killing Time In Union Square“ hat einen Irrwitz, den man in ähnlicher Weise von den New Pornographers kennt. „Three Gasconading Saints“ ist windschiefer Dandy-Rock wie von den Kinks. Das psychedelische „Death Becomes Us“ verneigt sich vor den Beatles, an den Tasten sitzt mit Morgan Fisher (Mott The Hoople) ein Zeitzeuge. Besonders toll ist das atonal entgleisende „Harpoon In The Hay“, dessen Basslinie aufs Schönste an die Doors erinnert.