Roger Waters: Israel-Statement von Thom Yorke „erzählt nicht die ganze Geschichte“

Roger Waters kritisierte Radiohead-Sänger Thom Yorke, weil der in Israel auftreten will. Nachdem Yorke nun im ROLLING STONE erklärte, warum die Band dennoch dort gastieren will, verhärtet der ehemalige Pink-Floyd-Bassist seine Kritik. Der Kollege „erzähle nicht die gante Geschichte“.

Grund des öffentlichen Disputs ist ein geplantes Konzert von Radiohead am 19. Juli in Tel Aviv. Bereits im Vorfeld sorgt dieser Auftritt für Wirbel, engagierten sich doch Dutzende Musiker und Kulturschaffende in einem offenen Brief dafür, dass die Band den Auftritt absagen soll. Mit diesem Kulturboykott, dem sich viele Künstler und Intellektuelle angeschlossen haben, soll Druck auf die israelische Regierung ausgeübt werden. Der wird von den Unterzeichnern vorgeworfen, dass sie das palästinensische Volk unterdrücke.

Thom Yorke möchte Israel „nicht alleine lassen“

Daraufhin hatte der Radiohead-Sänger in einem Interview mit ROLLING STONE klargestellt, dass sich seine Band diesem Boykott nicht anschließen werde. Die Entscheidung begründete er damit, dass er zwar vollkommen überzeugt davon sei, dass die Zustände in der Region „bestürzend“ seien. Aber er persönlich halte nichts von der Aktion, Israel in der Form „alleine zu lassen, bis es seine seperatistische Politik“ aufgebe.

Radiohead-Sänger Thom Yorke.

Brief von Roger Waters

In einem Statement gegenüber der US-Ausgabe des ROLLING STONE schrieb Waters dazu nun: „Ich habe jegliche Anstrengung meinerseits unternommen um mit ihm [Yorke] persönlich zu sprechen, und ich würde dieses Gespräch immer noch sehr gerne führen.“ Er fügte hinzu, dass an dem Tag der Veröffentlichung des Briefes (05. Juli) der 50. Jahrestag der „Besetzung von Palästina“ durch Israel ist. Eine bisherige Kontaktaufnahme habe Yorke „wütend“ gemacht.

„Fünfzig Jahre unter militärischer Besatzung leben. Fünfzig Jahre für Menschen ohne Menschenrechte. Fünfzig Jahre keine Befreiung. Fünfzig Jahre Apartheid“, schreibt Waters weiter und fügt hinzu, dass die Version von Thom Yorke „nicht die ganze Geschichte erzählt.“

Hier können Sie das komplette Statement lesen.

Rich Fury Getty Images

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