ROLLING STONE stellt Armin Laschet (CDU) 10 Pop-Fragen


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1. Was war Ihre erste selbst gekaufte Platte?
„Longfellow Serenade“ von Neil Diamond.

2. Haben Sie ein absolutes Lieblingsalbum, zu dem Sie immer wieder zurückkehren?
Nein, das sind zu viele. Textsicher bin ich bei Schlager, aber mein Musikgeschmack ist vielfältig.

3. Welches Album haben Sie sich zuletzt gekauft, in welchem Konzert waren Sie zuletzt?
Leider zuletzt vor der Pandemie: U2 und Mark Foster mit meiner Tochter; Amy Macdonald und Peter Maffay.

4. Bei welcher Musik sagen Sie Ihren Kindern oder Eltern, dass sie das bitte leiser drehen sollen?
Wieso leiser? Wenn meine Kinder die Playlists bestimmen, drehe ich eher auf!

5. Waren Sie mal Teil einer Subkultur oder Protestbewegung? Wenn ja, welcher?
Ja. Es gab Zeiten, da war man als Christdemokrat in Nordrhein-Westfalen durchaus Teil einer Subkultur.

6. Wenn Ihre Partei eine Band wäre, was wären Sie dann: Schlagzeuger, Basser, Keyboarder, Gitarrist, Leadsänger? (Bitte ein Begründungssatz.)
Ich war lange im Chor, Leadsänger wäre naheliegend. Das Fundament der Band ist aber der Schlagzeuger, er bestimmt das Tempo und gibt den Rhythmus vor, der alles zusammenhält. Auf den Drummer muss Verlass sein.

7. Welcher Songtext oder Satz aus einem Song könnte ein guter Slogan für Ihren Wahlkampf sein?
Natürlich Marvin Gaye und Tammi Terrell mit „Ain’t No Mountain High Enough“. Und „Hoch“ von Tim Bendzko: „Auch wenn wir schon weit gekommen sind, wir gehen immer weiter hoch hinaus.“ Ich habe auch einen passenden Song für die Koalitionsverhandlungen: „Don’t Look Back In Anger“ von Oasis.

8. Was ist die wichtigste kulturpolitische Maßnahme nach der Pandemie?
Eine schmerzhafte Lehre aus der Pandemie ist: Viele freie Künstlerinnen und Künstler sind komplett ungeschützt. Wir müssen sie besser und dauerhaft absichern. Zum Beispiel indem wir die Künstlersozialversicherung stärken und den gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungsschutz für sie auch bei nicht künstlerischer Nebentätigkeit ausbauen. Auch die Arbeitslosenversicherung für Kulturschaffende. sollte weiterentwickelt werden. Doch die Pandemie ist noch nicht vorbei. Trotz angespannter Haushaltslage sichert deshalb ein Sonderfonds des Bundes mit 2,5 Milliarden Euro Kulturveranstaltungen ab, damit sie überhaupt wieder stattfinden. Unsere Gesellschaft verarmt ohne Kultur! Deshalb habe ich in Nordrhein-Westfalen ein Kulturministerium errichtet, die Mittel verdoppelt und während der Pandemie ein großes Stipendienprogramm aufgelegt.

9. Was sind die drei drängendsten Probleme der Kulturpolitik?
Neben der erwähnten sozialen Situation: 1. Kultureinrichtungen dürfen nach der Pandemie keinem kommunalen Kassensturz zum Opfer fallen. Wir haben die höchste Theaterdichte, jedes zweite Profiorchester weltweit spielt in Deutschland. Das darf nicht nur etwas für Bildungsbürger sein. 2. Covid hat Kulturgewohnheiten verändert –  zu Hause streamen macht ja auch Spaß. Deshalb müssen wir alles tun, um Veranstaltungen – sicher! – wieder hochzufahren und Anreizsysteme schaffen, Kultureinrichtungen zu nutzen. Das ist auch eine Chance für Innenstädte, wo Geschäfte mit Pandemie-Folgen kämpfen werden. Kunst bringt uns zusammen! 3. Kreative sollen von ihrer Arbeit leben können. Die Union setzt sich für faire digitale Geschäftsmodelle ein. Geistige, schöpferische Leistungen auf Digitalplattformen und im Netz müssen angemessen bezahlt werden.

10. Sollte Popkultur wie Theater und klassische Musik stärker gefördert werden?
Kultur darf keine Milieufrage werden. Von Klassik über Pop bis Live-Gaming – wir brauchen die Vielfalt, sie gehört zum Kern der Unionspolitik. Wir haben erst dieses Jahr die Akademie für Popmusik ins Leben gerufen, nach dem Vorbild der Filmakademie. Sie wird aus dem Bundeskulturhaushalt finanziert und soll neben der Würdigung von Musikerinnen und Musikern die deutsche Musikszene begleiten und mitgestalten.