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Highlight: 20 Jahre ROLLING STONE: 20 ewig legendäre Orte des Pop

ROLLING STONE wird 20. Unsere Helden, Teil 13: PJ Harvey

Geht doch alles. Gitarre spielen, Texte schreiben, laut sein, schlau sein, technisch versiert sein, intensiv sein, spitze aussehen, niemandem etwas vormachen (privat), niemandem etwas nachmachen (musikalisch) und dann auch noch bunte Strumpfhosen tragen. Strumpfhosenfarben sind wichtig: Es gab sowohl die Blaustrumpf- als auch die Rotstrumpf-Emanzen, die einen kämpften im 19. Jahrhundert, die anderen 1969, im Jahr, als PJ Harvey geboren wurde.

PJ Harvey ist also fast 45, und auch das freut mich: Sie ist so alt wie ich, hat die Ziele und Slogans einer schwachen, aber existierenden Frauenbewegung, die erst in den späten 80er-Jahren zersplitterte, noch mitbekommen, hat selbstverständlich stets die Hälfte der Welt gefordert, und begriffen, dass es nicht bei Forderungen bleiben kann. Denn immer nur bejammern, wie wenig Musikerinnen es gibt, wie wenig Frauen auf der Bühne charismatisch sind, ohne dabei zwanghaft süß oder sexy zu sein, das nützt nichts. Man muss es selbst machen: proben, schreiben, texten, spielen und das Selbstbewusstsein finden, alles in die Welt hinauszuposaunen.

Polly wird Patti kennen, die das Ganze bereits 20 Jahre vorher durchexerziert hat, garantiert kennt sie Lydia Lunch (zehn Jahre vorher), sie wird auch die Riot Grrrls kennen, Babes In Toyland, Hole, L7, Sleater Kinney. Aber Polly ist kein Riot Grrrl. In kaputten Spitzenkleidern trat sie jedenfalls meines Wissens nie auf, dafür in Catsuits, 30er-Jahre-Roben, schulterfreien T-Shirts. Auch sind ihre Songs textlich ausgefuchster und besser gesungen als die – verständ­licherweise – mit viel Punkattitüde herausgeschrienen Riot-Songs.

Polly brauchte gar keine Bewegung, die sie zum Musikmachen animierte – sie ist einfach musikalisch genug, um es ohnehin zu wollen. Die Songs mussten aus ihr heraus. Genau wie ihre männlichen Kollegen nahm sie sich dabei anfangs viel Platz für persönliche Geschichten, Liebeskummersongs, kaputte Betroffenheitslyrik, etwas später hielt globale Relevanz Einzug. Auf ihrem zweiten Album „Rid Of Me“ (1993), damals noch mit ihrem Trio, ist sie gleichzeitig schlüpfrig, sexy, genderbewusst. Jetzt ist Polly politisch, sie singt über Krieg, über Nationalitäten, über England, sie wirft Diskurse auf, wird global, allerdings – wie es ihre Art ist – aus einer seltsam persönlichen Sichtweise. Bei ihr geht es um bewaffnete und blutige Konflikte, Afghanistan, Irak. Sie ist eine Liedermacherin ohne Akustikgitarre. Stattdessen spielt sie neuerdings Autoharp.



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