Rolling Stones: 60 Jahre und kein bisschen weise – erster Auftritt im Marquee Club


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„Am 12. Juli 1962 nämlich – rund neun Monate nach dem (ersten, Anm. der Red) Treffen am Bahnhof – spielten Jagger und Richards mit ihrer Band den ersten Auftritt. Im Marquee Club in der Londoner Oxford Street, mit Blues – und Rock’n’Roll-Stücken wie „Baby, What’s Wrong“ von Jimmy Reed oder „Down The Road Apiece“ von Don Raye, als Vorgruppe des R’n’B-Heulers Long John Baldey“.

So beschrieb ROLLING-STONE-Autor Joachim Hentschel in der Ausgabe vom Juni 2012 den Beginn der Stones als Band, damals verbunden mit einer investigativen Spurensuche an den Originalschauplätzen. An vielen ist der Handel und Wandel der Weltmetropole London nicht vorüber gegangen. Damals beging nicht nur der ROLLING STONE das 50. Band-Jubiläum von Jagger & Co. Ein Jahrzehnt später kann man sich die damalige Aufbruchszeit am besten in schwarz/weiß vorstellen. Schon damals war das Vereinigte Königreich NICHT in der Europäischen Gemeinschaft. Das kam erst mit dem Beitritt im Januar 1973.

Nicht nur der Marquee Club musste irgendwann seinen angestammten Platz auf der (heutigen) Einkaufsmeile räumen. Chronisten zählen (seit 1958) stattliche sieben Adressen für den legendären Live-Laden. Seit 2007 ist das Marquee in Covent Garden angesiedelt. „Tempi Passati“ wieder der Lateiner sagt, und die Römer waren schließlich auch schon in Londonium (Siehe: „Asterix bei den Briten“).

Doch zurück zum Thema. Gitarrist Keith Richards wird in einem seiner ungezählten Rückblicke auf die Anfangstage wie folgt zitiert: „Das Marquee war ungefähr der größte Club in London zu der Zeit. Und wir hatten vorher quasi nur in schrottigen Garagen gespielt.“

Bemerkenswert in diesem über sechs lange Jahrzehnte reichenden „Popkultur-Bogen“ ist der Umstand, dass die Rolling Stones als unverwüstliche Mega-Stadion-Rocker mit ihrer Bühnen-Ästhetik der „Sixty“-Jubiläumstour auf die Schlichtheit der Anfangsjahre zurück gekommen sind. Kein Deko-Firlefanz, keine Pyro-Show. Einfach nur kompetente Musik und die magische Energie von älteren Herren.

Mick Jagger höchstpersönlich erzählte 2012 zum 50. Jubiläum im ROLLING STONE: „Es war ja nicht dieselbe Band, aber immer noch derselbe Name. Nur Keith und ich sind noch dieselben Leute.“ Die Youngster-Truppe, die heute Jubiläum feiert, bestand aus Jagger (Gesang), Richards (Gitarre), Brian Jones (Gitarre), Ian Stewart (Klavier) und Dick Taylor (Bass). Wer im Marquee hinter der Schießbude saß, ist bis heute ein Stones-Historikerstreit.