Heute um 18 Uhr werden die Rolling Stones abliefern
Rolling Stones teasern neues Album „Foreign Tongues“ für den 5. Mai an – erste Hinweise auf Sound, Cover und Single sorgen für Spannung
„5/5/26 / 5pm BST / 6pm CEST / 12pm ET / 9am PT“ kündigen die Rolling Stones in ihren sozialen Netzwerken an. Soll heißen: Am heutigen 05. Mai um 18 Uhr deutscher Zeit lassen Mick Jaggerm, Keith Richards und Ronnie Wood eine Bombe platzen.
Dabei kann es sich nur um die Ankündigung ihres neuen Studioalbums handeln, oder? Das Foto auf Facebook zeigt bereits den Titel „Foreign Tongues“ sowie das – mögliche – Cover, eine Collage aus den gezeichneten Köpfen von Mick, „Keef“ und Ronnie. Geschmacksache, das Bild, möchte man sagen – umso größer die Freude über neue Musik, ihr erster Longplayer seit „Hackney Diamonds“ von 2023, was in Stones-Maßstäben eine sehr kurze Pause markiert.
„Foreign Tongues“ – fremde Zungen – ist dabei ein doppeldeutiger Titel. Er spielt auf Sprache und Verständigung an, aber auch auf das vielleicht wichtigste Markenzeichen der Band: jenes berühmte Emblem, das seit den Siebzigern für Provokation, Körperlichkeit und Erotik-Mythologie steht. Wenn wir Glück haben, präsentieren die Rolling Stones am heutigen Dienstag sogleich ihre neue Vorabsingle.
Soundschnipsel mit Tiefgang
Musikalisch deuten erste Soundschnipsel darauf hin, dass die Stones ihr eigenes Archiv schätzen und gezielt darauf zugreifen. Ein kürzlich veröffentlichter Kurzclip beginnt mit einer Atmosphäre, die an „Gimme Shelter“ erinnert – jenen apokalyptischen Klassiker von 1969 – und kippt dann in ein Gitarrenriff, das ebenso gut aus der „Steel Wheels“-Ära stammen könnte. Es ist ein Spiel mit der eigenen Geschichte: nicht als Selbstzitat, sondern als Rohmaterial.
Nach Charlie Watts: Neuverortung im Studio
„Foreign Tongues“ wäre das erste Album nach „Hackney Diamonds“ und damit das zweite Studiowerk seit dem Tod von Charlie Watts im Jahr 2021. Diese Zäsur wirkt bis heute nach. Bereits bei „Hackney Diamonds“ war zu spüren, dass die Band sich nicht einfach weiter vorwärtsbewegen, sondern neu verorten musste. Mit dem neuen Schlagzeuger Steve Jordan ging es weniger um Ersatz als um eine Verschiebung: weg von der reinen Bewahrung, hin zu einer vorsichtigen Neuerfindung.
Produziert wurde auch das neue Material wieder von Andrew Watt, der sich in den vergangenen Jahren als eine Art Generationsvermittler etabliert hat. Ein Produzent, der mit Veteranen wie Ozzy Osbourne, Elton John oder Paul McCartney arbeitet, ohne deren Klang zu musealisieren. Watt versteht es, Tradition in Gegenwart zu übersetzen – genau das scheint auch hier der Anspruch zu sein.