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Rückblick 2014: Helene Fischer turnt ROLLING STONE an

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Rückblick 2014: Helene Fischer turnt ROLLING STONE an

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Das Fräuleinwunder wurde nach der Fussballweltmeisterschaft zum Pfingstwunder: Als Helene Fischer als nicht überraschender Überraschungsgast mit der Nationalmannschaft vor dem Brandenburger Tor auftrat und dabei ein Trikot trug, das zugleich genau passte und zu kurz war, wogte die Nation in dem einen Groove von „Atemlos durch die Nacht“, und alle sprachen mit einer Zunge. Das Dumpfbackengesicht des Fußballs, das mit „So geh’n die Gauchos“ den Überschwang sogleich gedämpft hatte, verwandelte sich in das apfelblütenfrische Antlitz von Helene Fischer, die Verheißung, für die es keine Erfüllung geben wird.

Aus dem Sommerurlaub auf Mallorca erreichten uns dann Fotos von Helene und dem Nebenbuhler von Millionen Männern, die einmal Sonnencreme auf dem anmutigen Rücken der Fischerin verteilen wollen: Florian Silbereisen, du hast unser Leben zerstört! Sie unterhielt sich mit einer Freundin am Strand, als Flori den muskulösen Nacken unserer schlaflosen Nächte liebkoste. Aber Helene wird sich nicht an den Quetschkommodenknödler verschwenden! Nie wird sie das! Mögen sämtliche Klatschblätter das gemeinsame Kind herbeihalluzinieren und den Säugling schon ins Foto montieren: Die domestizierte Fischerin wird es so bald nicht geben.

Helene hat zu viel zu tun. Sie brachte Glanz in die Hütte des Echo, bekam selbst nur zwei Trophäen, obwohl sie die deutsche Musikindustrie am Leben hält, trug einen Fummel, den Shakira von ihr abguckte, und dankte in einer Sonderbotschaft noch einmal den Fans, die sie erst möglich gemacht haben, was zum guten Teil wahr ist. Helene Fischer ist vor allem möglich geworden, weil sie die Möglichkeiten hat: Sie kann singen, sie kann turnen, sie kann sprechen, sie kann tanzen, sie kann glänzend aussehen. Das sind mindestens drei Möglichkeiten mehr, als die durchschnittliche Casting-Elevin hat.   

Selbst gerade 30 Jahre alt geworden, gratulierte Helene bei einer Fernsehgala Udo Jürgens zum 80. Geburtstag; der alte Schwerenöter schnurrte noch einmal, und es ist nicht vollkommen eindeutig, ob aus väterlichen oder donjuanesken Gefühlen. Sie sang zwei Lieder, sie war wieder die Beste. Sie begann die größte Tournee seit U2, alles ausverkauft, und noch das letzte Feuilleton schickte einen Arbiter, der vor dem Phänomen Fischer kapitulieren musste: In ein „Stahlbad“ sei er geraten. Natürlich macht die Fischerin nicht den Fehler, sich zu erkennen zu geben, uns zu verraten, wer sie wirklich ist. Denn sie weiß, dass wir es nicht wissen wollen. Es wäre der Tod aller Erotik.                         

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