#freefelix: Sänger von Kraftklub wegen Anti-Rechts-Äußerung angezeigt


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Juristischer Ärger für die Stars aus Chemnitz: Auf Twitter veröffentlichten Kraftklub unter dem Hashtag #freefelix das Schreiben eines Anwalts. Darin wird Felix Brummer vorgeworfen, bei einem Konzert der Band Rechtspopulisten beleidigt zu haben. Dafür wurde er nun von einem Stadtrat angezeigt.

Bei einem Konzert auf dem Chemnitzer „Rock am Kopp“-Festival soll Sänger Brummer dem Schreiben nach folgende Ansprache gehalten haben: „An die ganzen Vollidioten, die sich ’ne ganze Weile versammelt haben, von Pro Chemnitz oder von Pegida, oder wie die alle heißen. Fick-Finger..“

Weiter heißt es, dass die Menge anschließend „Nazis raus“ skandiert haben soll. Weshalb Felix nun wegen „Beleidigung gem. §§ 185, 194 StGB“ angezeigt wurde. „Pro Chemnitz“ ist seit der Wahl zum Stadtrat im Jahr 2015, wo sie 5,66 Prozent erreichten, mit drei Sitzen dort vertreten. Die Vereinigung gilt als rechtspopulistisch.

Anzeige gegen Sänger von Kraftklub kommt von Stadtratsmitglied

„Tag 24“ hat inzwischen auch herausgefunden, von wem die Anzeige stammt. Der Rechtsanwalt und Fraktionsvorsitzende von Pro Chemnitz, Karl Martin Kohlmann, sagte in einem Interview mit dem Portal: „Das Video hat uns ein Sympathisant zugespielt, der diese Veranstaltung besucht hat. Und ich denke, wenn man eine ganze Gruppe von Leuten als Vollidioten bezeichnet, dann ist da schon eine rote Linie überschritten. Das ist eine Beleidigung, das ist ganz klar.“

Und weiter: „Ich bin der Meinung, dass einer solchen Verrohung der politischen Kultur auch mit dem Strafrecht begegnet werden muss. Ich sehe zwar die Chancen für den Herren ziemlich hoch, dass er irgend einen linken Staatsanwalt findet, der ihm das als geringfügig einstellt, aber das kriegt er dann nicht noch einmal, also muss er sich zumindest in der Zukunft etwas zusammenreißen.“

Band nimmt es mit Humor

Die Band reagiert indes humorvoll und gelassen auf die Anzeige. Neben dem Hashtag #freefelix, überlegen die Chemnitzer, wie sie Felix mit einer Feile im Kuchen aus dem Knast holen können oder fordern, dass er am besten gleich weggesperrt werden solle.