Sean Penn filmt in der Ukraine: Oscarpreisträger mit Helm und Schutzweste


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Politische und gesellschaftliche Themen haben den zweifachen Oscar-Gewinner Sean Penn immer schon interessiert. Sei es in seinem Biopic über den Pionier der US-Schwulenbewegung Harvey Milk (2008) oder beim kontroversen Film-Interview mit dem mexikanischen Drogen-Baron „El Chapo“. Nun ist die Ukraine sein neuer Drehort. Dort dokumentiert er die immer laufende russische Invasion.

Nach Informationen von „Newsweek“ war der 61-jährige Schauspieler und Regisseur bereits im letzten November in der Ukraine. Hier filmte er vor allem in der Donbass-Region und sprach mit Soldaten und der dortigen Bevölkerung.

Nun werden Bilder von Penn mit Helm, Flecktarn und Schutzweste veröffentlicht. Nach kurzer Rückkehr in die USA war er in die ukrainische Hauptstadt Kiew zurückgekehrt. Dort nahm er an einer offiziellen Pressekonferenz teil. In einem Statement verkündigt die Regierung der Ukraine: „Der Regisseur kam nach Kiew, um alle Ereignisse zu dokumentieren, die gerade ablaufen und um der Welt die Wahrheit über Russlands Invasion unseres Landes mitzuteilen. Sean Penn befindet sich unter denen, die die Ukraine im Land selbst unterstützen. Unser Land ist dankbar dafür, dass er so viel Mut und Ehre beweist.“

Laut dem US-Branchenblatt „Variety“ ist Penn für die kanadisch-amerikanischen Vice Studios unterwegs, welche die Dokumentation in Zusammenarbeit Vice World News und der Produktionsfirma Endeavor Content verantworten. Nach ersten Informationen sprach er auch mit der stellvertretenden Premierministerin Iryna Wereschtschuk, dazu mit lokalen Beobachtern und Aktivisten.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky lobte das Engagement für sein Land: „Je mehr solcher Menschen jetzt in unserem Land sind, wahre Freunde der Ukraine, die den Kampf für die Freiheit unterstützen, desto eher wird es möglich sein, den verräterischen Angriff Russlands zu stoppen“. Weiterhin heißt es aus dem Präsidialamt: Weiter heißt es: „Sean Penn beweist einen Mut, den viele andere, insbesondere einige westliche Politiker, vermissen lassen.“

Penn soll sich nun weiterhin im Land befinden. Ob er seine Filmaufnahmen angesichts der heftigen Attacken in der Hauptstadt Kiew weiterführen wird, ist unklar. Nach Sperrung des ukrainischen Luftraums für Verkehrsflugzeuge sowie die Zerstörung einiger Flughäfen dürfte das Verlassen des Landes selbst gefährlich werden.