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Serie des Monats Mai 2021: „Dead Pixels“ – Staffel 1


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Wer erinnert werden möchte, wie prüde Dialoge in den meisten US-Serien immer noch sind, sollte eine britische Sitcom wie diese einschalten, die einem ein paar neue Vokabeln beibringt. Obwohl die „Dead Pixels“-Hauptfigur, Meg, ihre erotischen Fantasien gern obszön ausmalt, hat dann aber immer doch nur ihr Avatar aus dem Online-Rollenspiel Kingdom Scrolls Sex, während sie stumpf auf den Bildschirm glotzend auf die Hoch- und Runter-Tasten hämmert. Und falls es ihrer Mitbewohnerin, Alison, ausnahmsweise gelingt, Meg zu so etwas wie einem Date zu überreden, kommt garantiert etwas dazwischen. Zum Beispiel dass Castle Blackfinger in Flammen steht und Meg ihrem Mitspieler Nicky, der heimlich in sie verknallt ist, zu Hilfe eilen muss.

Dem deutschen Fernsehen wäre zu dem Thema Computerspiele-Sucht garantiert nur eine pädagogisch wertvolle Aufklärungsserie eingefallen. Die Briten machen sich dagegen in dieser unartigen, albernen und schlauen Serie zwar über die Gamer und die Eintönigkeit ihres zeitraubenden Hobbys lustig, offenbaren aber trotzdem ein Herz für Meg, Nicky und Co. und deren Macken. Im US-Fernsehen war „Dead Pixels“ übrigens unguckbar, weil dort von den Dialogen wegen des ständigen Piepsens kaum etwas übrig blieb. (ZDFneo/Mediathek)


Serie des Monats – April 2021: „Modern Family“ (Komplettbox Staffel 1–11)

Wenige Sitcoms (außer denen von Chuck Lorre) hielten in letzter Zeit so lange durch wie diese. Nach 250 Folgen und elf Jahren war 2020 Schluss mit der „Modern Family“, die – wie sich schnell herausgestellt hatte – gar nicht so modern war, aber lustig und liebenswert. Es gab den älteren Mann mit der heißen Kolumbianerin, das schrille Schwulenpaar mit der asiatischen Adoptivtochter, das perfekte Paar aus Immobilienmakler und Controlfreak-Mutter samt der dummen Tochter mit den noch dümmeren Freunden und der schlauen Tochter mit der vielversprechenden Karriere. So weit, so stereotypisch – und doch gelang es Christopher Lloyd und Steven Levitan,…
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