Session mit Toy: die langen Haare der frühen Jahre


von

Frisuren wie Jefferson Airplane, langärmelige Pullover mit Glitter und dunkle Sonnenbrillen vom Flohmarkt: Tom ­Dougall und Maxim Barron sehen aus, als wären sie einem Science-­Fiction-Film der 60er-Jahre entflohen. Damit entsprechen die beiden auch optisch dem Retro-Futurismus ihrer Band Toy: Das Debüt ist ein Zwitter aus Shoegaze-Pop und Space-Rock.

Die erste Single war innerhalb eines Tages ausverkauft, zu Toy-Konzerten strömen seither Menschen aus allen Ecken des Landes. Gibt es in Großbritannien einen neuen Trend zu progressiven Musikstilen und vielschichtigen Sounds? „Briten suchen das Ehrliche in der Musik“, sagt Sänger Dougall trocken. Und Ehrlichkeit finden Toy wie circa 50 Millionen andere Engländer vor allem in der Vergangenheit, egal ob bei Can oder  Soft Machine, bei Roxy Music oder My Bloody Valentine – auch wenn „wir niemandem nacheifern wollen“, wie Bassist Barron betont. Dieses Bemühen um eine eigene künstlerische Handschrift ist auf „Toy“ nicht zu überhören. Dougall denkt nach, dann: „Für uns ist es kein Widerspruch, dass ein Song simpel und zugleich psychedelisch sein kann.“ Und manchmal sei die Methode, einfach so lange zu spielen, „ bis sich irgendwann ein transzendentes Gefühl einstellt“. 

Hier sehen Sie die Rolling-Stone-Session mit Toy beim Musikexpress Style Award für unsere iPad-App: