Sinnlos, aber spaßig: „The Taste“


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Es ist genau das, was wir unbedingt noch gebraucht haben: eine weitere Casting-Show! Wenn aus Pop- und Superstars schon nichts mehr wird, dann kann man gleich eine Sendung machen, in der es praktisch um gar nichts geht. Oder halt nur um einen kleinen Löffel. Den durften die Kandidaten letzte Woche erstmals in einem pompösen Studio präsentieren: Kulinarische Kreationen auf der Schippe, die beurteilt werden müssen, ohne dass die Jury die jeweiligen Köche sieht. „The Voice“ mit Geschmack sozusagen. Immerhin 2,36 Millionen haben beim Auftakt eingeschaltet.

Die Kocherei wird nur in rasant zusammengesetzten Ausschnitten gezeigt, scheint also nicht so wichtig zu sein. Die wahren Stars werden nämlich nicht gesucht, sondern sitzen in der Jury (wie immer eigentlich). Zumindest benehmen sich drei von ihnen so. Während die Luxemburgerin Lea Linster sich wieder mal dezent zurückhält und mit ihrem charmanten Akzent auch die Absagen höflich formuliert, behauptet sich Tim Mälzer eindeutig als Chef im Ring. Während die Scheinwerfer blitzen, Wände hochgefahren werden und alberne Effekte eine spannende Show vortäuschen, ist Mälzer der eigentliche Unterhaltungswert von „The Taste“: Wenn Alexander Hermann von „kulinarischer Intelligenz“ schwafelt, prustet Mälzer los, er lässt keine hochtrabenden Analysen durchgehen. Hermann knickt dann auch mal ein und gibt zu: „Jetzt bin ich am Arsch!“ Vor allem, wenn er sich gegen die attraktive Kandidatin entschieden hat, die doch so gern in sein Team gekommen wäre.

Mit Frank Rosin hat Mälzer es nicht so leicht, der lässt sich die Butter ungern vom Brot nehmen. Dass er im Platzhirschduell trotzdem keine Chance hat, liegt daran, dass er sich in der Rolle des Provokateurs zu gut gefällt, während der eher nicht berechnende Mälzer halt nur selten an sich halten kann. Seine Sprüche wirken nicht studiert, sie kommen spontan und ohne Filter. Und genau darum sollte es bei dieser Sendung ja eigentlich gehen: um den Bauch.