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Neunte Kunst - exklusiver Einblick

Fußball-Comic „Das Spiel der Brüder Werner“: DDR und Stasi vs. BRD


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Wer sich derzeit die Aktivitäten DFB-Elf vor Augen führt, der könnte nüchtern feststellen, dass es auch schon einmal bessere Zeiten gab. Dabei geht es nicht so sehr um schnöde Ergebnisse in Test- oder Turnierspielen. Die Deutsche Fußballnationalmannschaft lädt nach einer vergeigten WM und eher unglücklichen Versuchen, mit Werbung auf sich aufmerksam zu machen, nicht mehr so sehr dazu ein, dass man sich leichtfertig mit ihr identifizieren könnte. Dabei war die Nationalelf doch immer das liebste Kind der Deutschen…

Eine Graphic Novel erinnert nun an eine Zeit, in der Fußball mindestens für ein Spiel tatsächlich spannend und hochpolitisch war. Sie beleuchtet zugleich eine Sportwelt, die heute kaum mehr vorstellbar ist. „Das Spiel der Brüder Werner“ (Splitter, 25 Euro) von Philippe Collin (Szenario) und Sébastien Goethals (Zeichnungen), ist ein fiktives, aber auf wahren Begebenheiten beruhendes Fußballdrama.

Stasi hatte Finger im Spiel

Die zwei Protagonisten, die dem ungewöhnlichen Comic-Roman mit rasanten Spielszenen und interessanten Einblicken in die Spielerkabinen ihren Namen geben, unterwandern als Stasi-Agenten im Rahmen von Erich Mielkes „Operation Leder“ das berüchtigte WM-Spiel zwischen der DDR und der BRD 1974 in Hamburg.

Weitere Helden sind Paul Breitner (der als Meinungsführer auch innerhalb des Teams linke Politik macht und zudem großmaulig Gehaltswünsche für seine Kollegen erstreiten will) und natürlich Jürgen Sparwasser, der das 1:0-Siegtor für die DDR schoss, aber der politischen Führung aufgrund seiner liberalen Lebensführung kaum als Held passte.

Historisch interessierte Fußballfans können sich an vielen in Vergessenheit geratenen, hier liebevoll aufbereiteten Details erfreuen. Die dargestellten Spielszenen sind realistisch und doch zugleich actionreich gestaltet. Der Autor ist Sportjournalist und kennt den deutschen Fußball wie aus der Westentasche. Lokalkolorit spielt zudem auch eine Rolle, spielen große Teile der halbfiktiven Handlung doch in Hamburg: in Quickborn, wo die DDR-Mannschaft untergebracht war, im Musikclub Kaiserkeller in St. Pauli und natürlich im Volksparkstadion, wo das große Spiel zwischen DDR und BRD ausgetragen wurde.

Alle Bilder: Splitter

Hat Ihnen der Ausschnitt gefallen? ROLLING STONE verlost drei Exemplare von „Das Spiel der Brüder Werner“. Wer gewinnen will, muss nur das Formular ausfüllen und als Lösung angeben, gegen welche beiden Mannschaften die BRD und DDR in ihrer Vorrundengruppe 1974 spielen mussten. Teilnahmeschluss ist am 31. Oktober.

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