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Spotify in der Kritik: Künstler können sich bald gezielte Reichweite erkaufen


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Der schwedische Streamingdienst Spotify hat in einem kürzlich veröffentlichten Statement ein neues Feature angekündigt. Musikerinnen und Musiker sollen bald das Hörverhalten ihres Publikum durch das Vorschlagen ausgewählter Songs mit beeinflussen können. Weil das Unternehmen dafür aber eine Gebühr verlangt, hagelt es von vielen Seiten Kritik.

Noch beschreibt Spotify ihr Vorhaben als „Experiment“, womit Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit bekommen ihnen besonders wichtige Songs in den Spotify-Algorithmus einfügen zu lassen. „Wir testen dies, um sicherzustellen, dass es sowohl für Hörer als auch für Künstler eine großartige Erfahrung ist“, so das Unternehmen. Kommt ein Song gut beim Publikum an, will Spotify diesen auch an weiteren Stellen platzieren. Kommt ein Lied weniger gut an, wird es zurückgezogen. Die Begründung: Die Zufriedenheit der Hörerinnen und Hörer habe höchste Priorität.

Viele sehen den neuen Service als kritisch, weil Labels und Rechteinhaber diese Funktion nur nutzen können, wenn sie bereit sind eine Lizenzgebühr für Werbeeinnahmen zu zahlen. Spotify argumentiert dennoch, dass auch unbekanntere Künstler das Tool nutzen können, weil keine Vorauszahlung verlangt werde. David C Lowery, Gitarrist von Camper Van Beethoven, setzt sich seit Jahren für die Rechte von Musikerinnen und Musiker ein. Vor allem Streaming-Giganten wie Spotify warf er in Vergangenheit immer wieder die Ausbeutung von Kreativen vor. Auf Twitter fand er nun erneut klare Worte zu dem geplanten Spotify-Service: „Das ist eine Form von Payola oder gesponsertem Social-Media-Beitrag. Es ist nicht unbedingt illegal, aber die Tracks müssten beschriftet werden.“


Rolling Stones unterstützen Kampagne zur Reform der Streaming-Wirtschaft

Unter dem Hashtag #BrokenRecord vereinen sich derzeit etwa 150 Bands und Musiker*innen, um auf die geringen Streaming-Einnahmen durch Spotify und Co aufmerksam zu machen. Der Aktion haben sich nun auch die Rolling Stones angeschlossen. Gemeinsam mit Paul McCartney, Kate Bush, Damon Albarn, Chris Martin, Noel Gallagher und vielen mehr kämpfen sie für eine gerechtere Streaming-Wirtschaft. Bereits im April 2021 wandten sich 150 Bands und Musiker*innen in einem offenen Brief an den britischen Premierminister Boris Johnson, um seine Hilfe für die Kampagne einzufordern. Doch von großem Erfolg gekrönt war dieser Brief bislang nicht. Johnson habe lediglich eine „interessierte, aber unverbindliche“ Antwort…
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