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Star-Fotograf Peter Lindbergh ist tot

Der deutsche Modefotograf Peter Lindbergh ist im Alter vom 74 Jahren gestorben. „Mit großer Trauer verkünden wir das Ableben von Peter Lindbergh am 3. September“, hieß es am Mittwoch auf seinem Instagram-Account. „Er hinterlässt seine Frau Petra, seine erste Frau Astrid, seine vier Söhne und sieben Enkelkinder. Er hinterlässt eine große Lücke.“

Lindbergh gilt als einer der bedeutendsten Fotografen seiner Zeit. Ihm wird heute zugerechnet, dass er wegen seines anderen Blickwinkels Models zu Superstars machte. Unter anderem gilt er als „Vater“ von Claudia Schiffer, Naomi Campbell und Kate Moss.

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Peter Lindbergh vor Abzügen seinen Fotos
Peter Lindbergh vor Abzügen seinen Fotos

„Es ist nicht die Außenhülle des Knochengerüsts, nicht die Physiognomie eines Gesichts, sondern der unsichtbare Teil eines Menschen, den man einfängt, wenn er oder sie gewillt ist, ihn preiszugeben…“, sagte Lindbergh einst auf die Frage, was ein gutes Foto ausmache. In einem Interview mit der Tageszeitung „Welt“ Ende Mai sagte er: „Ich habe mich bemüht, immer echt und ganz ich selbst zu sein.“ Dadurch habe er das Vertrauen der Models gehabt, das sei eine Grundvoraussetzung für Fotografie. „Schönheit“, so Lindbergh „ist undefinierbar. (…) Man muss die Schönheit halt herausholen und das geht nur, wenn man den Modellen zeigt, dass man sie nicht manipuliert.“

„Wir nehmen Abschied von einem der größten Fotografen unserer Zeit“, hieß es auf der Webseite der deutschen „Vogue“. Erst im Januar habe er Helene Fischer für das Cover der Vogue Deutschland fotografiert. „Seine Arbeiten und seine Person bleiben unvergessen.“ Für die britische Ausgabe der Vogue, die von Herzogin Kate kuratiert wurde, hatte er zuletzt unter anderem auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg porträtiert.

Peter Lindbergh porträtierte eine neue Weiblichkeit

Mit seinem Foto von fünf jungen Frauen (Naomi Campbell, Linda Evangelista, Tatjana Patitz, Christy Turlington und Cindy Crawford) in der New Yorker Innenstadt läutete er 1990 ein neues Zeitalter der Modefotografie ein. Denn ihre Konterfeis spiegelten eine neue Weiblichkeit und ein anderes Verständnis von Schönheit wider. „Frauen wird heutzutage durch die Modefotografie vieles angetan, mit dem ich nicht einverstanden bin“, sagte Lindbergh im Gespräch mit dem kanadischen Kurator und Autor Thierry-Maxime Loriot.

„Es herrscht diese verheerende Religion vor, in der absolute Perfektion und Jugend die Maßstäbe sind, an denen Frauen gemessen werden. Ich halte es für inakzeptabel, dass in unserer heutigen Zeit Schönheit von kommerziellen Interessen bestimmt wird oder auf exzessiven Photoshop-Manipulationen basiert.“

Lindbergh wurde 1944 unter dem Namen Peter Brodbeck in Polen geboren, von wo seine Familie nach Deutschland vertrieben wurde. Er wuchs in Duisburg auf und arbeitete zunächst als Werbefotograf, hatte seinen Durchbruch dann aber 1978 mit einer Modefoto-Strecke für den „Stern“. Später arbeitete er mit allen namhaften Designern zusammen.

Michel Dufour WireImage
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