Steve Winwood gedenkt Dave Mason: „Seine Präsenz bleibt“

Mason und Winwood gründeten Traffic 1967 gemeinsam – ihre Zusammenarbeit brachte Klassiker hervor, doch die Beziehung der beiden wurde über die Jahrzehnte zunehmend belastet.

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Steve Winwood hat einen Nachruf auf seinen früheren Traffic-Bandkollegen Dave Mason veröffentlicht, der am 19. April gestorben ist.

„Wir haben die Nachricht von Dave Masons Tod mit tiefer Trauer aufgenommen“, schrieb er. „Dave gehörte in den frühesten Jahren zu Traffic und spielte in dieser Zeit eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Sounds und der Identität der Band. Sein Songwriting, sein musikalisches Können und sein unverwechselbarer Geist haben Musik entstehen lassen, die weit über ihre Zeit hinaus Bestand hat und Menschen auf der ganzen Welt bis heute so viel bedeutet.“

„Diese Jahre bleiben ein besonderes Kapitel in der Geschichte der Band, und Daves Beitrag dazu ist unvergessen“, fuhr er fort. „Sein Platz in dieser Geschichte wird immer erinnert werden, und durch die Musik bleibt seine Präsenz lebendig. In dieser traurigen Zeit sind unsere Gedanken bei seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihn und seine Musik geliebt haben.“

Gemeinsame Anfänge bei Traffic

Mason und Winwood gründeten Traffic 1967 gemeinsam mit Schlagzeuger Jim Capaldi und Keyboarder/Saxofonist Chris Wood. Mason verließ die Gruppe kurz nach den Aufnahmen zum Debütalbum „Mr. Fantasy“ von 1967 – auf dem der zeitlose Klassiker „Dear Mr. Fantasy“ zu finden ist –, kehrte jedoch sechs Monate später zurück. Ein zweites Mal stieg er aus, nachdem er an den Sessions für „Traffic“ (1968) und „Last Exit“ (1969) mitgewirkt hatte. Freiwillig war das nicht.

In einem Interview mit dem „Guardian“ aus dem Jahr 2024 erinnerte sich Mason an ein Bandmeeting, bei dem Winwood ihm eröffnete, dass er raus sei. „Ich mag nicht, wie du schreibst“, zitierte Mason Winwood. „Ich mag nicht, wie du singst. Ich mag nicht, wie du spielst. Und wir wollen dich nicht mehr in der Band.“

Traffic löste sich nur wenige Monate später auf, als Winwood von Eric Clapton für die Supergroup Blind Faith angeworben wurde. Als Traffic 1970 für ihr Comeback-Album „John Barleycorn Must Die“ wieder zusammenkam, war Mason nicht dabei. Er kehrte jedoch für ein drittes und letztes Mal im Sommer 1971 zurück – für gerade einmal sechs Konzerte. Eines davon wurde auf dem Livealbum „Welcome to the Canteen“ festgehalten. 1994 unternahm Traffic eine Reunion-Tour, doch Mason wurde nicht eingeladen.

Rock and Roll Hall of Fame

Mason, Capaldi und Winwood standen 2004 erstmals wieder gemeinsam auf der Bühne, als Traffic in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde. Mason wollte bei „Dear Mr. Fantasy“ Gitarre neben Winwood spielen. Stattdessen bat man ihn, Bass zu übernehmen – obwohl er das Instrument seit 30 Jahren nicht mehr angefasst hatte. Verärgert über diese Zumutung, entschied Mason, die Performance lieber von der Seitenbühne aus zu verfolgen. Am Ende des Abends durfte er dann aber doch noch einen All-Star-Jam mit „Feelin‘ Alright“ anführen, bei dem auch Capaldi dabei war. Es war ihr erster gemeinsamer Bühnenauftritt seit 1971 – und der letzte Traffic-Auftritt überhaupt.

Weniger als ein Jahr nach dem Hall-of-Fame-Wiedersehen starb Capaldi an Magenkrebs. Als Mason 2017 bei Winwood eine Traffic-Reunion-Tour vorschlug, wurde ihm mitgeteilt, Capaldi habe auf dem Sterbebett die Bitte geäußert, dass die Gruppe nie wieder spielen solle. „Dass jemand auf dem Sterbebett dieses Versprechen einfordert, ist einfach verdammt absurd“, sagte Mason 2024. „Das ist machiavellistisch.“

Das Traffic-Erbe lebendig halten

Das hielt Mason nicht davon ab, das Traffic-Repertoire am Leben zu erhalten. In seinen letzten Jahren tourte er unter dem Namen Dave Masons Traffic Jam. Fast jeder Song im Set war ein Traffic-Klassiker.

Andy Greene schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil