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Straßenkrawalle in London: Feuer zerstört Lagerhallen voller Tonträger


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Seit drei Tagen bestimmen in London Gewalt, Plünderungen sowie brennende Geschäfte und Autos das Stadtbild. Mittlerweile haben die Krawalle auch auf Liverpool, Birmingham und Bristol übergegriffen.

In der Nacht zum heutigen Dienstag hat ein Feuer in London Hallen zerstört, in der Tonträger des PIAS-Vertriebs gelagert wurden. Jetzt stehen Independent-Label vor dem aus. Betroffen sind zum Beispiel Roots, XL, Domino, Beggars und Wall Of Sound. Auch Sony UK lagerte seine Scheiben in dem betroffenen Gebäude.

Eddie Piller vom „Roots“-Label schrieb: „last word on the riots last night – to the scum who burnt down the main indie label warehouse in enfield with all our reggae stock in it – thanks ever so much – looks like our ROOTS label is no more! – oh, i do have half a dozen t shirts which were in the office cupboard, so maybe there’s a chance we can keep going! or maybe not…“

Wir schauen uns die Bilder in der „Tagesschau“, die Londoner sich jene auf der Straße selbst an. Wer kriegt hier eigentlich was nicht in den Griff? Ein Mittel gegen solche Krawalle, außer Verhaftungen, scheint es noch nicht in ausreichendem Maße zu geben. Es heißt eher: Ursachenbekämpfung kommt später, erst mal das Feuer löschen.

Wir können uns aber darauf verlassen, dass wir schnell mit den Kommentaren zum Weltgeschehen der Bands gefüttert werden. Via Twitter können Musiker sich sicher sein, dass zumindest ihre Follower davon Wind bekommen, was sie zum Thema „Krawalle in London“ denken. Und wenn ihre Follower Bescheid wissen, dann die Newsticker natürlich auch.

Aktuell hat beispielsweise M.I.A. mit dem Kommentar „I’m going down to the riots to hand out tea and mars bars“   einige ihrer Follower provoziert. Vielleicht war das einfach Gleichgültigkeit, vielleicht wollte sie aber auch einfach nur nett sein.

Alex Kapranos, Leadsinger von Franz Ferdinand, zeigt sich eher etwas empört, um es vorsichtig zu sagen. Seine Worte beziehungsweise seine Frage zum Geschehen waren: „Where the fuck are the Bullingdon boys? What’s wrong you cunts? Would you only end your holidays if it were Fortnum & Mason being looted?“ Seine Wut richtete sich auf Premierminister David Cameron, der im Londoner Stadtteil Tottenham zu spät eingegriffen habe

Die Band Example kommentiert das Geschehen zynisch und versucht gleichzeitig weltpolitische Kritik zu üben. Und wenn es um Weltpolitik geht, dann lässt sich schließlich ein Hauch von Frustration schwer verbergen. Sie sagen: „All these Nandos on fire? Thats some over cooked chicken wings. Pull the army out of Afghanistan and stop all this bullshit now please“, und fügt eine Art Ratschlag für alle Gewaltausübenden hinzu: „If you’re gonna set fire to any house in London please make it the Big Brother house.“

Scroobius Pip sieht anscheinend keinen Grund, noch um viele Ecken zu denken, wenn für ihn doch eines ganz klar auf der Hand liegt: „This is Britian punching itself in the face. Repeatedly.“


Meister der Selbstinszenierung: Die besten (Promo-)Fotos von Alfred Hitchcock

Ein Mann ohne Gesicht war Alfred Hitchcock wahrlich nicht. Neben Steven Spielberg und inzwischen vielleicht Quentin Tarantino (lesen Sie hier die Kritik zu seinem neuen Film „Once Upon A Time In Hollywood“) war er so bekannt wie keine andere Person auf dem Regie-Stuhl. In 39 von 52 seiner ins Kino gebrachten Filme absolvierte er einen mehr oder minder offensichtlichen Cameo-Auftritt. Sie wurden derart beliebt und vom Publikum energisch eingefordert, dass Hitchcock sie bei späteren Filmen immer weiter nach vorn verlegte, so dass sich die Zuschauer daran schneller vergnügen konnten. Hitch gab seinen Zuschauern, was sie verlangten. Und immer noch ein Stück…
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