Studie beweist: Im Alter hört man keine neue Musik mehr

E-Mail

Studie beweist: Im Alter hört man keine neue Musik mehr

Facebook Twitter Google+ Whatsapp Email Kommentare
von

>>> In der Galerie: Studie: die zehn eingängigsten Popsongs seit 1940

Spotify hat Geschmacksprofile angefertigt, die Wissenswertes über die Rezeption von Musik aussagen. In der Studie, die die Hörgewohnheiten der Nutzer des Streamingportals auswertete, gab es zentrale Erkenntnisse: Teenager hören hauptsächlich aktuelle Musik und bilden mit fortschreitenden Alter zumeist individuellere Hörgewohnheiten aus. Die musikalische Geschmacksentwicklung hört tendenziell mit Mitte 30 auf.

Setzt die „musikalische Reife“ ein, dann wird der Hörer zum Nostalgiker und besinnt sich wieder auf Künstler und Bands, mit denen er aufgewachsen ist. Diese Erkenntnis überrascht nicht, schließlich sind es doch primär ältere Menschen, die über die früheren Zeiten referieren und oftmals nicht mehr an aktueller Lebenswirklichkeit partizipieren.

Sicher: Nicht alle Musik-Konsumenten werden im Alter solche Stoiker, doch die Tendenz ist durch die Ergebnisse der Studie signifikant abgesichert. Das ist wohl auch der Grund, weshalb Wiederveröffentlichungen und Comebacks oft Hochkonjunktur besitzen. Auch dienen die Älteren der Gesellschaft oftmals als „Cash-Cows“ für den Musikmarkt und zeigen sich noch am ehesten bereit, hochpreisige Editionen ihrer einstigen Helden zu kaufen.

Ajay Kaiia, der für Spotify die Geschmacksprofile erstellt hat, fand aber noch andere interessante Fakten heraus: So unterscheiden sich Männer und Frauen deutlich. Das männliche Geschlecht hat beispielsweise deutlich weniger Angst sich musikalischen Experimenten zuzuwenden. – Dies ist wohl ein Hauptgrund, weshalb auf Prog-Rock-Konzerten vor allem Männer anzutreffen sind. Frauen bleiben tendenziell näher am Mainstream orientiert. Ein weiteres, nahliegendes Ergebnis: Eltern verlieren deutlich schneller den Anschluss an die aktuelle Szene als Menschen ohne Kinder – „Musik hören“ bedeutet eben auch Zeit-Aufwand.

Diese Studie ist nicht die erste, die Spotify an die Öffentlichkeit bringt: Erst Anfang April 2015 wurde offenkundig, dass Metal-Hörer weltweit die Loyalsten sind. Kritische Analysen von Streaming verbreiten sich ebenso: So hat der Londoner Autor David McCandless bewiesen, dass Musiker (momentan) kaum Geld über dieses Geschäftsmodell verdienen – für Aufsehen sorgte Geoff Barrow, als er auf Twitter publik machte: Seine Band Portishead erhielt für 34 Millionen Streams nur etwa 2500 US-Dollar.

E-Mail