Technik: Apple kauft Streaming-Anbieter Lala


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Wie das Branchenmagazin „MusikWoche“ meldet, bestätigte Apple gestern den Kauf des Streaming-Anbieters Lala.com. Vielmehr ließ der für seine spärliche Informationspolitik bekannte Konzerngigant aber auch kaum verlauten. Wie die „MusikWoche“ berichtet, sei das Angebot zu einem Verkauf jedoch von Seiten des Lala-Managements ausgegangen. Das bestätigt auch die New York Times in einem Bericht. Das Unternehmen sei zu dem Schluss gekommen, dass es aus eigener Kraft keinen geschäftlichen Erfolg erzielen könne. Seit seinem Start vor vier Jahren schreibt der Dienst dem Times-Bericht zufolge rote Zahlen. Raum für Spekulationen bieten vor allem die Angebote von Apple und Lala, die zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Zukunft bieten.

Die von Bill Nguyen gegründete Firma Lala bietet in den USA für zehn US-Cent das unbegrenzte Streamingrecht eines Songs an. Downloads kosten rund 80 US-Cent pro Lied. Im Gegensatz zu anderen, kostenlosen Streaminganbietern ist das Angebot bei Lala werbefrei. Im Moment umfasst es nach eigenen Angaben rund acht Millionen Songs – die großen Vier EMI, Sony, Universal und Warner sind dabei ebenso vertreten wie zahlreiche Independent-Label. Lala ermöglicht darüber hinaus, dass seine Nutzer Kopien ihrer digitalen Musiksammlung erstellen, auf die sie dann online zugreifen können.

Spannend ist vor allem die Tatsache, dass die Entwickler von Lala momentan Apps für Smartphones wie iPhone, Palm Pre, BlackBerry und die Android-Plattform konzipieren, die ihren Usern bald auch unterwegs den Zugriff auf mobile Digitalmusik zum Billigtarif ermöglichen könnten. Die letzten 100 Streams können dabei im Cache des jeweiligen Gerätes gespeichert werden, was auch eine begrenzte Offline-Nutzung mit sich bringen würde. Da es Streamingservice-Angebote bisher nur für die stationäre Online-Nutzung gibt, wäre eine solche Entwicklung nicht weniger als der Brückenschlag zur mobilen Streaming-Nutzung. Die MusikWoche konstatiert deshalb nicht unbescheiden: „Sollte Apple diese Technologie künftig auch bei iTunes und seinen vernetzten Endgeräten iPhone und iPod touch zum Einsatz bringen, steht der Musikbranche möglicherweise ein erneuter Umbruch bei der digitalen Vermarktung ihrer Inhalte bevor.“