The Edge zieht Bilanz und spricht über die vergangene Dekade U2


von

Schon das vergangene Jahr in der Geschichte U2s hätte genug Superlative parat. Allen voran natürlich ihre gigantische Tour im Schatten der „Claw“ – der wohl furchteinflößendsten Bühnenkreation, die je ein Stadion belagert hat. Auch ihr „No Line On The Horizon“, kürzlich vom amerikanischen Rolling Stone zum Album des Jahres gewählt, wurde vielerorts gefeiert und zeigte U2 auch in Sachen Verkaufszahlen vorne. In einem Interview mit dem amerikanischen Rolling Stone sprach The Edge nun über die Entwicklungen in den letzten zehn Jahren.

The Edge sperrte sich in dem Interview mit David Fricke ein wenig gegen einen direkten Vergleich, ob die U2 dieser Dekade eine bessere Band gewesen seien als die in den Neunzigern. „Ich hasse es, das direkt zu vergleichen. Wir wissen heute mehr, und das ist Fluch und Segen zugleich. In der Vergangenheit mussten wir auf dem Weg zum Ziel oft das ein oder andere Hindernis aus dem Weg räumen, oder wir landeten an einem Punkt und hatten keine Ahnung wie wir dahin gekommen waren.“ Die Aufnahmen zu „Achtung! Baby“ in Berlin sei eine solche Zeit gewesen. Heute sei das anders: „Unsere Stärke ist, dass wir heute weniger Zeit verschwenden. Es dauert immer noch sehr lange, bis ein U2-Album fertig ist, aber wir verlaufen uns nicht mehr wie damals auf dem Weg dorthin.“

Der Blick in die nächste Dekade fällt für The Edge zugleich ambitioniert und entspannt aus: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich irgend etwas radikal ändern wird. Wir genießen allesamt immer noch, Teil dieser Band zu sein. Und es liegt uns immer noch am Herzen, dass wir Musik machen wollen, die Menschen bewegen kann.“ Man sei zudem immer noch in der Lage, das persönliche „beste U2-Album aller Zeiten“ zu machen. „Es ist eine müßige Diskussion, dass die beste Zeit hinter uns liegt.“

Der musikalische Vollprofi gestand zudem: „Wir sind immer noch im Prozess des Lernens auf ambitionierte Weise kreativ, wenn es darum geht, wohin wir diese Band noch führen können. Da gibt es noch viel für uns zu entdecken.“