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The Rolling Stones: Die Magie des ersten Mals

🔥So lief das erste Konzert der Rolling Stones 1962 im Marquee in London

Vielleicht sollte man hier einfach irgendjemanden anquatschen. Und mit ihm eine Band gründen. Vielleicht würde das Glück bringen, an einem so magischen Ort. Aber wen? Die meisten Leute, die an diesem Mittag am Bahnhof von Dartford warten, sehen eher wie Einzelkämpfer aus. Eine kleine Missy Elliott, ein junger Notorious B.I.G., ein sehr dünner Inder im Anzug. Gleis zwei, die Sonne blendet stark, der 12-Uhr-29-Zug nach London, Charing Cross, kommt gleich.

Die schrille Studentin mit Sonnenbrille und iPod – würde Katy-Perry-Musik machen wollen. Der ältere Mann, der hinten auf der Bank sein Wirtschaftsbuch liest – Flöte im Anwaltsorchester. Wenn an diesem Frühjahrstag 2012 in Dartford in der englischen Grafschaft Kent tatsächlich jemand mit einer alten Blues-Platte unter dem Arm am Bahngleis stehen würde – dann wäre das eine genauso große, süße Sensation wie vor 51 Jahren.

Exakt hier soll am Morgen des 17. Oktober 1961, einem Dienstag, der 18-jährige Mick Jagger gewartet haben, auf dem täglichen Weg zur London School Of Economics. Warum auch immer: Er hatte zwei LPs dabei, Chuck Berry, Muddy Waters. Wodurch der 17-jährige Keith Richards auf ihn aufmerksam wurde, der am Gleis zwei denselben Zug nehmen wollte, um zur Kunstschule im Örtchen Sidcup zu kommen. Richards und Jagger kannten sich flüchtig, aber jetzt hatten sie ein Thema. Nur 15 Minuten dauerte das Gespräch, die Strecke bis Sidcup, aber man hatte sich verstanden. Die Kettenreaktion setzte sich in Gang. Der Stein kam ins Rollen.

„Was?“ Die zwei uniformierten Dartford-Bahnwärter sind völlig aus dem Häuschen, als sie erfahren, dass an ihrem Arbeitsplatz praktisch die Rolling Stones gezeugt wurden. „Und da hängen die nicht mal eine Gedenkplakette auf?“, erregt sich der jüngere, bullige mit den schiefen Vorderzähnen. „So ein wichtiges Ereignis! Das ist wieder typisch für unsere Zeit: Es geht nur noch um Geld, Geld, Geld. Nicht mehr um Ideen. Wenn heute so etwas wie die industrielle Revolution käme – die würde ausfallen, aus Mangel an Interesse!“



Beck und sein Meisterwerk „Odelay“: Eine Ode auf den fransigen Hund

In der offiziellen Chronologie wird “Odelay” als zweites REGULÄRES Album von Beck Hansen geführt. Eine spezielle Zählung, die den manischen Produktions-Output des schmächtigen Do-It-Yourself-Moguls von der Westcoast berücksichtigt. Schließlich hatte er nach dem Mega-Erfolg seines 1994er-Debüts „Mellow Gold“ (das, wo „Loser“ drauf ist) zwischendurch noch zwei Indie-/Lo-Fi-Platten rausgefeuert. Vor 20 Jahren ballerte Beck also in hoher Frequenz aus allen Kanälen. Neuer Sound für Beck mit Sample-Technik der Dust Brothers Das Multitalent aus Los Angeles war sich klar darüber, dass er die schlaffe Indie-HipHop-Nummer, die ihn zwei Jahre zuvor zum Weltstar der Studenten-WGs gemacht hatte, nicht ewig auswalzen wollte. Also unterbrach…
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