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Top Ten Club: AnnenMayKantereit katapultieren sich an die Chart-Spitze

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Top Ten Club: AnnenMayKantereit katapultieren sich an die Chart-Spitze

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Anfang der Woche in der Baumhaus Bar an der Kreuzberger Oberbaumbrücke. In dieser mit rohen Hölzern verzierten Musikkneipe über dem ehemaligen Magnet Club (jetzt Krieg und Frieden) geht es für einen Dienstagabend recht munter zu. Grund der quirligen Action zu später Stunde: Die Kölner WG-Band AnnenMayKantereit ist hier – nebst Entourage – nach ihrem Berliner Zirkuszelt-Konzert planmäßig eingefallen. Eine klassische „Aftershow-Party“ also. Dort, wo normalerweise der Tourstress in Bierchen, Schnäpsen und Schlimmerem versenkt wird. Zu Zeiten von Led Zeppelin, Van Halen und anderen eher Macho-mäßig orientierten Altrockern spielten auch die Damen der Schöpfung, in Form von Groupies, eine nicht zu unterschätzende Rolle auf derartigen Exklusiv-Events.

Doch im März 2016 an den Ufern der Spree geht es neumodisch korrekt zu. Es gibt weder massive Türsteher in roten Showanzügen noch Veuve Clicquot für alle. Stattdessen sitzen die Musiker, deren Debütalbum „Alles Nix Konkretes“ gerade von Null auf Eins der offiziellen deutschen Albumcharts geschossen ist, nahezu unerkannt in ihrer Ecke. Besonders grazile Glitzerboys sind sie ja eh nicht; und all zu viel Bling Bling würde sicher nicht zu ihrem jutebeuteligen Image passen. So gesehen ist dieses relaxt “am Tresen herumstehen” absolut stimmig. Und auch recht angenehm, muss man zugeben, im sonst so uffjeregten Berliner Nachtleben.

AnnenMayKantereit werden den Festival-Sommer beherrschen

Äußerst bemerkenswert allerdings, so wird bewundert kolportiert, wie viel Kohle AMK mit der Kombi „Albumdeal plus Musikverlagsdeal plus ‘Alle Konzerte ausverkauft’“ in diesem Jahr verdienen werden. Sagen wir mal so: Da kommt einiges zusammen. Was wiederum demnächst sicher auch richtige Groupies anlocken dürfte. Doch DAS kann dem zum Quartett angewachsenen kölschen Trio ziemlich egal sein. Songs wie „Es geht mir gut“ oder „3ter Stock“ laufen so ziemlich überall im Tagsüber-Radio. Und der Festival-Sommer (wo AMK gut gebucht sind…) hat noch nicht mal begonnen.

Gegen soviel Neuland fallen die anderen Neueinstiege ein wenig ab: Iggys Spätwerk „Post Pop Depression“ geht auf die Sechs. „Das Letzte Konzert“ der Ostzonen-Rocker Puhdys auf Rang zwei ist eine schöne Platzierung im Herbst ihrer Karriere. Naja, und Andrea Jürgens mit „Millionen von Sternen“ fällt in die Kategorie „the mighty return of Schlagerland“. Übrigens: Der Filmsoundtrack mit Bibi & Tina („Mädchen gegen Jungs“) ist immer noch da. Auf dem besten Wege zu einem der erfolgreichsten „Langrillen“ des Jahres zu werden. Frohe und friedvolle Ostern!

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