Spezial-Abo

Top Ten Club: Udo Lindenberg und Renaud regieren die deutsch-französischen Charts


Der Top Ten Club meldet sich aus der französischen Gourmet-Metropole Lyon, die gerade mächtig auf Kultur setzt und ihre industrielle Infrastruktur zwischen Rhone und Saone komplett umkrempelt. Dazu gehört auch das im 14. Jahr statt findende Convention-Festival “Nuits Sonore”, das an vier Tagen rund 100.000 Fans anzieht. Aus Deutschland dabei sind bei dieser Sause mit Electro- und Downbeat-Schwerpunkt: Michael Meyer vom Kölner Kompakt-Label gab den Eröffnungs-DJ, Peaches rockte die ehemaligen Großmarkthallen und Berlins Techno-Großonkels Moderat sind Headliner zum Wochenende. Der popkulturelle Austausch zwischen den Nachbarländern funktioniert im elektronischen Segment recht gut. “Nuits-Sonore”-Schirmherr Laurent Garnier ist schließlich auch ein deutschen Großclubs in gerne gebuchter Gast.

Um diesen Transfer weiterhin zu stärken, haben sich nun acht europäische Convention-Festivals zum Verbund “We Are Europe” zusammen geschlossen; darunter die “Sonar” in Barcelona, “Elevate” im steirischen Graz und die c/o pop aus Köln. Sie alle setzen gezielt auf Newcomer-Förderung (ohne Superstar-Headliner!) und einen inhaltlichen Diskurs in Seminaren, Workshops, Filmen und Vorträgen. In Lyon etwa sprach der britische Über-Pop-Erklärer Simon Reynolds, was nach seinem viel diskutierter Bucherfolg “Retromania” von 2011 in der Musikszenerie der Zehnerjahre passiert ist: “Tomorrow Never Known – The Unpredictable Future of Pop Culture”.

Ein begleitender Seitenblick auf die französischen Album-Top-Ten zeigt: Auch hier “Retromania” und eine starke Besinnung auf “domestic product”: Die Eins in der Grande Nation belegt etwa die Chanson-Legende Renaud (demnächst 64), der seit seinen Hippie-Jahren eine Art Liedermacher-Gott ist. Ansonsten weitere sieben französische Alben, etwa das neue von Benjamin Biolay, unter den ersten Zehn. Einzige anglophone Ausreißerin: Beyonce mit “Lemonade”.

In Deutschland nimmt die Renaud-Position seit dieser Woche Udo Lindenberg (demnächst 70) mit “Stärker Als Die Zeit” ein. Je oller, desto doller könnte man da frei nach Simon Reynolds konstatieren. Und auch der nächste hohe Einstieg in die Offiziellen Deutschen Albumcharts ist keine junger Springer mehr: Rap-Old-Schooler Samy hat den “Fame”-Schub aus der TV-Serie “Sing Meinen Song” genutzt und sein Album “Berühmte Letzte Woche” unter die ersten Zehn geschoben.



Mark Hollis von Talk Talk: Fragen zur Todesursache

Mark Hollis, Mastermind von Talk Talk, ist tot. Das melden britische Medien, die den Tweet eines seiner Familienmitglieder aufgriffen. Woran starb der 64-Jährige? Bislang sind noch keine Informationen zu den Todesursachen bekannt. Sobald es erste Nachrichten dazu gibt, lesen Sie sie hier. Ein Familienmitglied gibt die traurige Nachricht von Mark Hollis' Tod bekannt: https://twitter.com/globalhlthtwit/status/1100077058372366342?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1100077058372366342&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.rollingstone.de%2Fwp-admin%2Fpost.php%3Fpost%3D1631457%26action%3Dedit Wie zurückgezogen Mark Hollis bis zu seinem Tod gelebt hat, dokumentiert auch ein Facebook-Post des ehemaligen Talk-Talk-Bassisten Rustin Man (bürgerlich Paul Webb). Der zeigt sich „schockiert“, auch, wenn er seit Jahren keinen Kontakt zu Freund gehabt habe: https://www.facebook.com/RustinManOfficial/photos/a.1569717989794496/1701452219954405/?type=3&__tn__=-R https://www.youtube.com/watch?v=yWQezjGjiqs
Weiterlesen
Zur Startseite