Chart-Analyse: Red Hot Chili Peppers sind weise, Böhse-Onkelz-Fans marschieren weiter

Die erste Halbzeit 2016 ist so gut wir vorbei. In den Offiziellen Deutschen Albumcharts war es bislang ein Jahr der großen Toten (Bowie, Lemmy, Prince) und respektablen Spätwerken wie etwa „Post Pop Depression“ von Iggy Pop.

Zur letzten Kategorie gehört sicher auch „The Getaway“ von der rundum erneuerten Westcoast-Crossover-Truppe Red Hot Chili Peppers. Im 33. Sommer ihres Bestehens wollen sie noch einmal zeigen, dass Mitt-Fünfziger-Männer keine alten Eisen sind. Electro- Produzent Danger Mouse verordnete ihnen eine moderate Moderne, die von den meisten internationalen Popkritikern milde goutiert wurde. Tenor: RHCP haben sich nach diversen innerbetrieblichen Band-Exzessen noch einmal aufs Musikmachen verständigt. Wie heißt es so schön: Es darf wieder gerockt werden.

Michael Peter Balzaryy alias Flea trägt zwar mittlerweile eine polierte Glatze und redet auf diversen Online-Diensten aus dem Brokatsessel im Pariser Nobelhotel The Four Seasons George V über seinen Liebeskummer nach der Trennung von Ex-Model Frankie Rayder.

Wir sind wieder supercool

Ob es überhaupt möglich wäre, so fragten etwa die Reporter des News-Senders ntv, dass Musiker in ihren Fünfzigern noch einmal total hip werden können: „Wir sind in einem ungünstigen Alter“, entgegnete der weise Flea den Fernsehleuten. „Wenn wir noch zehn oder zwanzig Jahre durchhalten, finden uns bestimmt alle wieder supercool. Bei uns war die heißeste Phase seinerzeit mit dem Album `Blood Sugar Sex Magik“ von 1991 erreicht. (…) Danach hat sich die Aufregung wieder gelegt und wir haben weitere Alben gemacht, ohne eine kulturelle Sensation zu sein. Es ging dann einzig noch um die Musik und die Musik war gut. Und nur weil die Musik gut ist, sitzen wir heute noch hier.“ Mit dieser grundstoischen Haltung erreichen die Red Hot Chili Peppers immerhin Platz zwei der Midweek Charts im Juni 2016.

Nur getoppt von „Böhse fürs Leben“ der einst so finsteren Böhsen Onkelz auf Platz eins, ein Live-Mittschnitt ihres viel umjubelten Megakonzerts auf dem Hockenheim-Ring 2015. Immerhin die achte Nummer eins für die Frankfurter Pathos-Rocker nach „Viva Los Tioz“ aus dem Jahr 1998. Die beinharten Onkelz-Fans gehören zu denjenigen, die auch noch das xte-Livealbum in ihre Sammlung stellen. Nach dem Motto der Single „Gehasst, verdammt, vergöttert“. Darauf einen Kasten Bier auf ex?



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