Willkommen bei den TPUSA-Alternativ-Oscars
Während Hollywood sich selbst auf die Schulter klopfte, zog Trump mit seinem Kabinett eine eigene Preisverleihung durch – reibungslos, versteht sich.
Die Autoren sind Redakteure des Harvard Lampoon, des 150 Jahre alten Satiremagazins der Universität.
Nach dem Erfolg ihrer alternativen Super-Bowl-Halbzeitshow strahlte Turning Point USA während der traditionellen Zeremonie eine eigene Version der Oscars aus.
Während die Oscars traditionell von Comedians wie Conan O’Brien oder Jimmy Kimmel moderiert werden, übernahm FCC-Chairman Brendan Carr die Bühne im prachtvollen Trump-Kennedy Center for the Performing Arts. Carr eröffnete den Abend mit einem launigen Monolog, verfasst von einer hochentwickelten Kombination aus Grok und Carrs achtjährigem Neffen, dem TPUSA unbegrenzten Zugang zu Buntstiften gewährt hat.
Neue Kategorien, neue Regeln
Den Zuschauern fiel auf, dass einige der traditionellen Kategorien fehlten – ersetzt durch neue, die US-Präsident Trump persönlich ausgewählt hatte, darunter „Heißestes Make-up und Hairstyling“ sowie „Das Allerbeste der Gesamten Weltgeschichte Wunderschönste Kameraführung“. Die Kategorie Beste Hauptdarstellerin wurde gestrichen und durch eine zweite Beste Nebendarstellerin ersetzt, verliehen an „jede schwangere Ehefrau mit einem schönen Braten im Ofen“. Und obwohl es sich um eine Fernsehserie handelt, gewann „South Park“ den neuen Preis für die Widerwillig Amüsanteste Animationskomödie.
Dennoch blieben viele der klassischen Kategorien erhalten – wenn auch mit einem anderen Kandidatenfeld. Der Preis für die Beste Regie ging an FBI-Director Kash Patel, der von einer Phalanx aus UFC-Kämpfern auf die Bühne getragen wurde. Genau wie bei den Hollywood-Oscars war „Sinners“ für eine Handvoll Preise nominiert, allerdings war das „Sinners“ beim TPUSA-Abend nicht Michael B. Jordans Vampirfilm, sondern eine Dokumentation über Chuck Schumer und Hakeem Jeffries. Der neue Preis für herausragende Leistungen im Casting ging an alle Filme mit Sydney Sweeney. Und obwohl er in keinem einzigen Film zu sehen war, sicherte sich „We Are Charlie Kirk“ den Preis für den Besten Originalsong.
Ob man einen Preis für den Besten Internationalen Film vergeben solle, war intern bei TPUSA umstritten – letztlich entschied man sich jedoch dafür, die Kategorie beizubehalten. Überreicht wurde die Auszeichnung allerdings von ICE-Agenten.
Trump schreibt Geschichte
Als Carr Trump fragte, wer seiner Meinung nach das Beste Originaldrehbuch verdiene, gestand der Präsident, er habe „eigentlich selbst an einem kleinen Projekt gearbeitet“. Kokett fuhr er fort, sich eine Haarsträhne hinters Ohr streichend: „Es ist blöd, wahrscheinlich wirklich schlecht.“ Trump präsentierte daraufhin den Brief, den er Epstein zum 50. Geburtstag geschrieben hatte – einen fiktiven Dialog zwischen ihm und dem in Ungnade gefallenen Financier. Nach einer spontanen Neuabstimmung nahm der Präsident den Preis mit nach Hause.
Auch in der Kategorie Beste Dokumentation gab es eine Überraschung. Wochenlang hatte Amazons Prestigeprojekt „Melania“ als sicherer Favorit gegolten – doch es verlor gegen eine noch nicht erschienene „Donald“-Dokumentation.
Das knappste Rennen des Abends lieferte möglicherweise die Kategorie Bester Schnitt. Das Pressebüro des Weißen Hauses hatte gleich mehrere Kandidaten im Rennen: Videos von durchgeknallten Inlandsterroristen, die ICE-Razzien blockieren, Weißkopfseeadler, die im Nahen Osten Kampfjets fliegen, sowie Pam Bondi, die demokratische Kongressmitglieder bei ihrer Anhörung nach Strich und Faden vorführt. Unabhängig vom Ergebnis hatte Trump bereits erklärt, er werde seinen Hut beim Siegesfest nicht abnehmen.
Lebenswerk und Livemusik
Während die regulären Oscars ihren Ehrenpreis – kürzlich in Academy Honorary Award umbenannt – in einer Vorveranstaltung ohne TV-Übertragung vergaben, stand beim TPUSA-Abend ein Lebenswerk-Preis ganz groß im Programm: überreicht von Präsident Trump an Präsident Trump. Auf die Frage nach seinen Verdiensten für die Branche antwortete er: „Ich habe so viele Leistungen im Film – zum Beispiel diese Szene in ‚Home Alone 2′, wo ich diesem armen kleinen Straßenjungen helfe, zurück nach Brooklyn zu finden. Ganz zu schweigen von ‚The Apprentice‘. Wissen Sie, wenn man all diese Folgen zusammenfügt, ist das eigentlich länger als ein Film.“
Aufgelockert wurde der Abend durch Auftritte der „größten Musikkünstler unserer Generation“. Kid Rock versuchte sich an der englischen Übersetzung sämtlicher Songs von Bad Bunnys „DeBÍ TiRAR MáS FOToS“, und Nicki Minaj lieferte eine zensierte, christlich zertifizierte Version von „Anaconda“ mit satten 14 Wörtern.
Die Zeremonie enthielt außerdem einen bewegenden In-Memoriam-Block zu Ehren von Charlie Kirk – und sonst niemandem. Die Präsentation umfasste eine 45-seitige Diashow mit Kirks Konterfei, montiert auf verschiedene Helden der amerikanischen Geschichte, darunter General Robert E. Lee, Dennis Prager und natürlich Martin Luther King Jr.
Geplante Spontanmomente
Um für Spannung zu sorgen, waren mehrere „ungeplante“ Momente sorgfältig geplant worden, die an die wildesten Szenen aus der Oscars-Geschichte erinnern sollten. Als Hommage an die „Moonlight“–„La La Land“-Verwechslung erhielt Kristi Noem zunächst den neuen Preis für die Beste Homeland-Security-Ministerin – um dann während ihrer Rede zu erfahren, dass die Auszeichnung eigentlich Markwayne Mullin gehörte. Und in Anlehnung an Will Smiths Ohrfeige für Chris Rock im Jahr 2022 durfte Trump J.D. Vance so oft ins Gesicht schlagen, wie es ihm beliebte.
Statt der traditionellen Abspielmusik spielte das TPUSA-Soundteam Soundbites aus Hillary Clintons Präsidentschaftsdebatte 2016 ein und animierte die Gewinner damit, munter über sie hinwegzureden, so lange sie verdammt nochmal wollten. Die Veranstaltung dauerte 15 Stunden – zuzüglich Werbepausen.
Und der Preis für den Besten Film? Wenig überraschend räumte dieses Bild von Trump nach dem Attentatsversuch des vergangenen Jahres ab:
Es schlug eine grob fotomontierte Darstellung einer dämonischen Hillary, die ein Baby verspeist, sowie ein niedliches Hundememe.