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TV-Tipp: „The Rider“ von Oscar-Abräumerin Chloé Zhao


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Die in China geborene US-Independent-Regisseurin Chloé Zhao gehört zu den großen Gewinnerinnen der diesjährigen Oscar-Verleihung. Für „Nomadland“, ihr kämpferisches Sittengemälde eines Amerikas, das sich um seine Ausgestoßenen nicht kümmern mag, erhielt sie einen Oscar für die Regie und als Produzentin auch einen Goldjungen für den besten Film. Auch Hauptdarstellerin Frances McDormand wurde bedacht.

Bevor Zhao die große Hollywood-Bühne betrat, lieferte sie bereits mehrfach den Beweis ab, zu den großen Bildfindungstalenten ihrer Generation zu gehören. Ein Beispiel dafür ist auch „The Rider“ aus dem Jahr 2017.

Lakonischer Neo-Western mit großartigen Naturaufnahmen

Die Geschichte von Cowboy Brady Blackburn, der nach einem Rodeo-Unfall nicht mehr reiten kann und als Sioux-Nachkomme von dem Fakt erschüttert wird, nicht mehr in der Nähe seiner geliebten Pferde sein zu können, ist ein betont aufregungslos daherkommender, dafür aber umso eindringlicher inszenierter Neo-Western mit betörenden Landschaftsbildern.

Eine lakonische Betrachtung eines persönlichen Schicksals, das ganz symbolisch die Folgen eines großen Freiheitsverlusts spiegelt und zugleich ein Porträt des rauen American Heartlands sein will.

„The Rider“ läuft am 19. Mai (Mittwoch) um 22.45 bei arte.


Die legendäre Friedensrede von Charlie Chaplin

Nachdem Charlie Chaplin von den schrecklichen Gräueltaten der Nazis erfuhr, vom Holocaust, von der Verfolgung und Tötung von Minderheiten, von der Vernichtung des politischen Feindes, bat er um Entschuldigung für seinen Film „Der große Diktator“. Er sei der hässlichen Fratze des Schreckensregimes nicht angemessen gewesen. Mehr als 80 Jahre nach dem Kinostart am 15. Oktober 1940 steht diese gloriose, bissige und dennoch zutiefst humanistische Komödie immer noch als strahlendes Beispiel für eine Kunst, die gleichsam das Tor zur Wahrheit aufreißt und sich dennoch nicht über die Menschen erhebt, die verführt worden sind. Stattdessen wird ihnen mit den Mitteln der Satire…
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