Urheberrecht: Neuer Internet-Dienst hilft gegen Kanzlei-Terror

Gerade in diesen Minuten, wenn Sie diese Nachricht lesen, wird in Deutschland wieder irgendeine Person womöglich mit Schweiß auf der Stirn einen Brief öffnen und von einer Anwaltskanzlei aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Anwaltskosten werden natürlich gleich mit in Rechnung gestellt.

Es mag viele Internetnutzer geben, die solche Abmahnungen zurecht bekommen, weil sie den Verlockungen des Internets, sich scheinbar unsichtbar auf illegale Pfade zu begeben, nicht widerstehen konnten. Oft trifft es aber auch unbescholtene User. Denen gibt der Chaos Computer Club (CCC) nun gemeinsam mit dem Förderverein Freie Netzwerke eine Online-Hilfe zur Hand.

Startseite des Abmahnbeantworters
Startseite des Abmahnbeantworters

Mit dem so genannten Abmahnbeantworter, einer Art Schriftsatzgenerator, kann man in wenigen Schritten eine Antwort erstellen. So kann in Windeseile die Unrechtmäßigkeit der Abmahnung erklärt werden. Wer auf ein solches Kanzleischreiben nämlich nicht reagiert, begeht einen Fehler, der letztlich teuer werden könnte. Auch im umgekehrten Fall – also wenn eine Unterlassungserklärung unterschrieben wird, zudem noch Geld fließt, die Vorwürfe aber unberechtigt sind – entstehen dem ermahnten Internetanwender nur Probleme.

Kooperation

Fragwürdiges Geschäftsmodell

Inzwischen ist ein eigenes Geschäftsmodell um solche Abmahnungen entstanden, das Verbraucherschützer seit Jahren kritisieren. Wie viele Briefe im Jahr mit derartigen Unterlassungserklärungen verschickt werden, ist nicht klar. Schätzungen gehen von 50.000 bis 200.000 im Jahr aus, wie „Spiegel Online“ schreibt. Gefordert werden meist Beträge von 800 bis 1500 Euro, die in vielen Fällen sogar gezahlt werden.

Auf der Website des Abmahnbeantworter wird erklärt, was es mit der Abmahnung auf sich hat und wann sie vollkommen unberechtigt ist. Mit gezielten juristischen Tipps soll zudem ein gestärktes Rechtsbewusstsein geschaffen werden, denn viele Kanzleien jagen unschuldigen Bürgern mit dieser Methode Angst ein. Sollte man selbst unsicher sein, ob man nicht doch einen Urheberrechtsbruch begangen hat, hilft eine Suchanfrage nach Anwälten für Urheberrecht weiter.

Wichtig ist, dass die Online-Hilfe keine Rechtsberatung darstellt, wie die Entwickler auf der Website hinweisen. Eine Nutzung folgt auf eigene Gefahr.


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