Highlight: Mit diesen Effektpedalen lässt sich der Sound großer Gitarristen rekreieren

Musiker und ihre Instrumente

Welches Equipment verwenden eigentlich … Pink Floyd?

Die Frage nach dem Album für die einsame Insel begegnet Musik-Liebhabern hin und wieder. Ein Album, das bestimmt in manchen Koffer findet, ist „Ummagumma“. Dieses Jahr wird es bereits 50 Jahre alt.

Risen wir in eine Stadt, die vor fast 2000 Jahren durch den Ausbruch des Vesuvs unter Vulkanasche begraben wurde: 1972 lieferten Pink Floyd mit ihrem Musikfilm „Pink Floyd: Live at Pompeii“ eine stille, nachdenkliche und irgendwie einsame Antwort auf bunte und laute Aufnahmen wie die des legendären Woodstock-Festivals. Wer „Ummagumma“ kennt oder schon einmal in den Händen gehalten hat, weiß vielleicht, dass die Rückseite der Platte mit einem Foto des in Pompeji verwendeten Equipments versehen ist – und darum soll es hier gehen.

Ein Überblick über das Equipment einer der größten Bands aller Zeiten:

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Das 1969 erschienene Album „Ummagumma“ feiert dieses Jahr seinen fünfzigsten Geburtstag.
Das 1969 erschienene Album „Ummagumma“ feiert dieses Jahr seinen fünfzigsten Geburtstag.

Nagetiere und Avantgarde

„Ummagumma“ besteht genau genommen aus zwei Teilen: Die erste Hälfte ist ein Live-Album – bis in den späten Achtzigern „Delicate Sound of Thunder“ erschien, war LP 1 die einzige offizielle Live-Aufnahme von Pink Floyd. Die zweite Platte wurde zwischen den vier Bandmitgliedern aufgeteilt: Jeder bekam etwa ein Viertel zugesprochen und durfte diese nach Belieben und ohne große Mitarbeit der anderen füllen. Neben nachgestellten Nagetier-Lauten, einer ziemlich avantgardistischen Aneinanderreihung schottischer Wörter und mehr oder weniger rhythmusgebenden Naturgeräuschen findet sich auch der vergleichsweise sehr zugängliche Titel „The Narrow Way“ von Gilmour auf der Platte. Pink Floyd waren schon immer experimentierfreudig und genau das machte sie zu einer der wegweisenden Bands des 20. Jahrhunderts.

„The Black Strat“

David Gilmour liebt seine „Black Strat“. 1970 kaufte er das ein Jahr zuvor erschienene Modell, nachdem seine Gitarre samt des restlichen Equipments nur kurze Zeit zuvor gestohlen wurde. Ironischerweise war seine „Black Strat“ ursprünglich nicht schwarz, sondern eine Fender Stratocaster mit Sunburst-Lackierung, im Laden wurde sie aber einfach schwarz angepinselt. David Gilmour gefiel das offensichtlich und machte sie zu seiner Hauptgitarre – zumindest zu Beginn des Aufstiegs von Pink Floyd.

Obwohl Gilmour früher von Fender-Gitarren geträumt haben muss – all jene, die er bewunderte, hielten schließlich eine in den Händen –, hat sich seine Gitarren-Sammlung über die Jahre hinweg natürlich auch über das Haus Fender hinaus entwickelt. Er soll unter anderem auch Gibson Les Pauls und eine schwarze Gretsch Duo-Jet besitzen.

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Pink Floyd im Studio. Damals noch mit Syd Barrett.
Pink Floyd im Studio. Damals noch mit Syd Barrett.

Kreativkopf und Gesellschaftskritiker

Genau wie Gitarrist Gilmour nutzt auch Roger Waters gerne ein Instrument von Fender. Genauer: Sein Hauptinstrument ist ein Fender Precision Bass. Bevor Roger Waters zum kreativen Mittelpunkt Pink Floyds wurde, galt Syd Barrett als lyrischer und musikalischer Kopf der Band. Aufgrund starker psychischer Probleme schied dieser 1968 allerdings aus. Der inzwischen verstorbene Barrett gilt heute aufgrund seines besonderen Gitarrenspiels als Mitbegründer des Space- und Psychedelic-Rock. David Gilmour trat an seiner statt ein.

Obwohl Barrett nicht mehr Teil der Band war, beeinflusste er immer noch Pink Floyds Kompositionen und Texte. Unter anderem ist ihm der Titel „Shine On You Crazy Diamond“ gewidmet. Außerdem finden sich in den Texten immer wieder Hinweise auf das psychische Zerbrechen des einstigen Masterminds von Pink Floyd.

Roger Waters wurde immer mehr zum Frontmann der britischen Band: Neben der Auswirkungen der Erkrankung Barretts auf die übrigen Bandmitglieder ließ er auch persönliche Erfahrungen und seine politischen Ansichten in die Musik einfließen. Als höchst gesellschaftskritischer Mensch eckt er häufig an, steht für seine Ansichten ein und bringt mit seiner klaren politischen Meinung das Publikum häufig entweder zum Jubeln oder Gehen.

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Pink Floyd
Pink Floyd sind Nick Mason, David Gilmour, Roger Waters und Richard Wright.

Set the Controls

Seit 1970 ist Nick Mason Paiste-Schlagzeuger. Unter anderem verwendete er das 20″ Signa­ture Dark Energy MK2. Das handgehämmerte Ride-Becken zeichnet sich durch eine hohe Kontrollierbarkeit aus, während es zugleich Tiefe und Brillanz vereint.

Ein Techniker war er auf seinem Gebiet womöglich nicht, stattdessen bewies er immer wieder einen großen Sinn für Atmosphäre, die er mit seinem Spiel in Pink Floyds Musik einband.

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Pink Floyds Sound

Richard Wright studierte griechische Architektur, als ihm Nick Mason und Roger Waters über den Weg liefen. Man schloss sich zusammen und machte fortan gemeinsam Musik. Als Syd Barrett ab 1965 als Gitarrist einstieg und sang, wurde aus der Formation zunächst The Pink Floyd Sound. Zum Pink-Floyd-Sound trug Wright übrigens einiges hinzu: Er bediente die Tasten und galt ab Gilmours Einstieg bis Mitte der 70er Jahre neben Waters als bedeutendster Komponist Pink Floyds. Von ihm stammen beispielsweise „Remember a Day“ und „Summer ’68“. Später fokussierte sich Wright eher auf seine Rolle als Keyboarder der Band. Er entlockte Orgel, Klavier, Keyboard und Synthesizer jene Töne, die Pink Floyd zu Pionieren machten.

Unter anderem nutzte er das Hammond-Kultmodell C3, erklärte es zeitweilig sogar zu seinem Lieblingsinstrument. Zum Laufen gebracht mithilfe Leslie-Lautsprecher, die Schwebungen erzeugen und so als Effektgerät dienen. Wright schien vor keinem Instrument zurückzuschrecken und spielte Gong, Querflöte und Penny Whistle.

Nachdem Wright eine tragende Rolle in der Soundfindung Pink Floyds spielte, wurde das Gründungsmitglied 1979 nach den Aufnahmen des Konzeptalbum „The Wall“ aus der Band gedrängt.

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Pink Floyds fanden ihren Sound – zeitweilig auch mithilfe des Toningenieurs Alan Parsons – in den ebenso legendären Abbey Road Studios und üben mit ihren Werken eine erhebliche Relevanz auf die Pop- und Rockwelt. Einfluss hatten sie, Einfluss haben sie.

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Andrew Whittuck Getty Images
RB Redferns

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