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Nach Gerichtserfolg der Ärzte: Viagogo verschickt Statement

>>> Update: Ärzte reagieren auf Viagogo-Statement

Die Ärzte haben gegen den Ticket-Zweitanbieter Viagogo einen Erfolg vor dem Landgericht München I erzielt: Unter Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000 Euro ersatzweise Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten wird Viagogo gerichtlich verboten, unzutreffende Originalpreise bei Verkaufsangeboten für Tickets der Ärzte zu behaupten. Das meldete zuvor „Musikwoche“.

Der Ärger über Viagogo eint schon seit Jahren Bands wie Fans: Häufig zu Wucherpreisen werden dort Tickets angeboten, die zudem in vielen Fällen ungültig sind, weil sie beim Erstverkauf personalisiert gewesen sind – also den neuen Kartenbesitzern nichts nützen, was aber einfach viele private Käufer nicht wissen.

Eine Pressestelle von Viagogo hat ROLLING STONE nun ein Statement zur Gerichtsentscheidung geschickt. Darin bezeichnet Viagogo den „primären Ticketmarkt“ als „zunehmend wettbewerbsfeindlich“. Deshalb seien „sekundäre Ticketing-Plattformen wie viagogo notwendig, um sicherzustellen, dass die Verbraucher sich nicht an den Schwarzmarkt oder unseriöse Händler wenden müssen, die nicht dasselbe Lieferversprechen, denselben Kundendienst und dieselbe Ticket-Garantie bieten.“

Viagogo bezeichnet sich damit also nicht nur als Vorkämpfer gegen den „primären Ticketmarkt“, sondern auch gegen den „Schwarzmarkt“.

Das ist eine erstaunliche Aussage, waren Die Ärzte doch nicht die einzigen, die gegen Viagogo gerichtlichen Erfolg erzielt haben. So hat die Verbraucherzentrale Bayern 2019 wegen derer Geschäftspraktiken vor dem Landgericht München I erfolgreich geklagt. Viagogo darf nicht mehr länger damit werben, dass die Lieferung „gültiger Tickets“ garantiert wird, wenn das Ticket in Wirklichkeit kein Recht zum Besuch der Veranstaltung verschafft. Außerdem muss Viagogo seinen Kunden künftig die Identität und Anschrift der Ticketverkäufer offenlegen.

Diese Offenlegung war anscheinend notwendig.„Es ist nicht ersichtlich, wer von diesem Preisaufschlag profitiert, weil die Verkäufer anonym bleiben“, sagte damals Tatjana Halm, Teamleiterin Marktwächter in der Verbraucherzentrale Bayern.

>>> Infos der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale schreibt: „Besonders gefragte Tickets können bei Viagogo sogar das Achtfache kosten – das zeigt eine Stichprobe der Marktwächter in Bayern. Die Verbraucherschützer haben die Preisaufschläge auf der Ticketbörse Viagogo für Konzerte in München untersucht. Das Ergebnis: Durchschnittlich kosteten Eintrittskarten für Veranstaltungen im April und Mai 2019 fast das Dreifache des Originalpreises. Die Ticketbörse selbst kassiert zudem mit undurchsichtigen Gebühren ab.“



Die Ärzte feuern erneut gegen Viagogo – „Einstweilige Verfügung längst unterwegs“

Nächster Schritt im Rechtsstreit zwischen dem Ticket-Weiterverkäufer Viagogo und den Ärzten: Nachdem ein Viagogo-Sprecher bekannt gab, dass die gegen die Firma erwirkte einstweilige Verfügung „wirkungslos“ sei, da diese, vom Landgericht München I erstellt, noch nicht zugestellt worden sei (und die Geschäfte daher weitergehen würden wie bisher), schalteten sich nun die Rechtsvertreter der Berliner Band ein: Es sei nur eine Frage der Zeit, bis Viagogo auf den Beschluss reagieren müsse. Die Anwaltskanzlei Schütz Rechtsanwälte, die die Klageführer Die Ärzte, Konzertveranstalter KKT und den Ticketanbieter OPM vertreten, teilten mit: „Die Zustellung der Entscheidung durch das Landgericht München I von Ende Dezember an Viagogo…
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