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Von „Interstellar“ bis „The Dark Knight“: Die neun Filme von Christopher Nolan im Ranking

Wir bringen die neun Werke Nolans in die richtige Reihenfolge. Ausgewählt und kommentiert von Sassan Niasseri.

9. Following (1998).

Das Regiedebüt Nolans, 70 Minuten, für 6.000 Dollar produziert und in schwarzweiß gedreht. Ein sympathische Film-Noir-Variation. Schon hier gibt es ein Spiel mit verschiedenen Zeitabläufen, Nolans Faible für verschobene Erzählebenen kommt zur Geltung.

8. The Dark Knight (2008)

Ein durch den plötzlichen Tod von Heath Ledger in seiner Bedeutung leicht überhöhtes Rachedrama. Der Konflikt zwischen Batman und Joker, in denen die Grenzen der Moral verschwimmen, erinnerte viele  Rezensenten an Michael Manns „Heat“ (1995). Weil Nolan hier komplett auf Realismus setzte statt auf gottgegebene Hierarchien, wird der Machtaufstieg diverser Antagonisten mit komplizierten Geldtransfers erklärt – dafür gehen schon mal die ersten 45 Minuten drauf. Ledgers gefeiertem Joker fehlt zudem die Originalität. Der schmatzende Clown tritt auf wie eine Mischung aus Hannibal Lecter, Blofeld und Nicholsons Jack Torrance.

7. Inception (2010)

Nolans am schwierigsten zu verstehender Film. In welcher Traum-Ebene befinden wir uns gerade? 1,2,3,4? Sind wir jetzt schon im Limbo? Das Manko von „Inception“: Die Gedächtnis-Archäologien wirken oft wie Vehikel der aufwendigen Set Pieces, der Verfolgungsjagden, Erstürmung der Schnee-Basis … wie James Bond, ein Actionfilm. Leonardo Di Caprio spielt seine immer gleiche, erprobte Rolle, für die er dennoch nie den Oscar kriegen wird: den schnell schwitzenden Neurotiker.

6. Insomnia (2002)

Die größte Leistung im Remake des Skandinavien-Thrillers „Todeschlaf“ von Erik Skjoldbjærg: Wie es der erst 32-Jährige Nolan schafft, aus Al Pacino dessen beste Leistung des Jahrtausends herauszuholen – und Robin Williams zum schauspielerischen Höhepunkt seiner Karriere voranzutreiben, ihn gegen den Strich besetzt, als Bösewicht. Das nie untergehende Nordlicht der Polarregion deckt hier alle Sünden auf, Cop und Krimineller sind sich ähnlicher, als man denkt.

5. Interstellar (2014)

Die meisten Kritiker beschäftigten sich hier eher mit plotholes statt wormholes, doch jenseits aller Unlogik spiegelt der All- und Zeitreisen-Film die Stärken Nolans wider: Die Szenen auf den fremden Planeten sind atemberaubend (kaum Green Screens), die Auswirkung der Zeitsprünge im Weltraum auf die Familientwicklung auf der Erde zutiefst verstörend – und die erste Szene mit dem aus dem Tiefschlaf erweckten Astronauten (Matt Damon) zutiefst berührend. Wie einsam Raumpioniere sein können. Emotionales Kino, das nie pathetisch oder peinlich wird.



Die besten deutschen Songs aller Zeiten: Klaus Lage Band – „Faust auf Faust“

Keinen anderen hätte Hauptkommissar Schimanski als Ratgeber und Einflüsterer akzeptiert: Klaus Lage, auf dem Höhepunkt seiner Popkarriere auch schon 35, abgebrochene Lehre als Baustoffkaufmann, erfolgreiches Erzieherstudium, Sozialarbeiter. Runder Mann mit runder Brille, der alles Robuste, Wehrhafte, Belastbare an der Rock’n’Roll-Musik symbolisiert, ihren konservativen Kern mitunter, eben auch ihre Weisheit. „Fang du jetzt bloß nicht an zu weinen, du spielst doch sonst so’n harten Mann“, rippenknufft Lage hier am Liedanfang den Sparringspartner, wie der Weihnachtsmann in Jeans, väterlich, immer wieder unterbrochen durch die quengelnde Gitarre von Sidekick Rolf Klein. https://www.youtube.com/watch?v=OSmV1kRKc-E Es war die Zeit, als der sogenannte Deutschrock zum ersten Mal…
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