Weinstein-Skandal: Wie die Wörter „Me Too“ das Netz verrückt machen


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Nach den immer lauter werdenden Missbrauchsvorwürfen gegen den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein bekommt das Thema zur Zeit vor allem in den USA eine völlig neue Bedeutung. Schon seit Tagen geht es nicht mehr nur darum, dass ein Manager seine Macht missbraucht hat, um sich Schauspielerinnen und Mitarbeiterinnen gefügig zu machen. Stattdessen wird in den Zeitungen und Zeitschriften, vor allem aber im Netz diskutiert, wie alltäglich sexueller Missbrauch wirklich ist.

Die Schauspielerin Alyssa Milano, vielen bekannt aus der TV-Reihe „Charmed – Zauberhafte Hexen“ – hat mit nur zwei Wörtern eine Welle an Reaktionen ausgelöst. In einem Tweet forderte die 44-Jährige: Wenn du sexuell belästigt oder angegriffen wurdest, schreibe ‚me too‘ als Antwort auf diesen Tweet.“

Tausende Antworten

Mehr als 30.000 Antworten erhielt Milano bereits, darunter auch von vielen Prominenten wie der Schauspielerin Anna Paquin (Oscar für „Das Piano“, berühmt auch durch „True Blood“). Milano ergänzte, dass ein Freund habe sie auf die Idee gebracht habe, dass so den Leuten eine Vorstellung von der „Größe des Problems“ erwachsen könnte. Es gab aber auch Gegenstimmen, die davor warnten, dass in dieser doch sehr simplen Form im Internet, wo es nicht schwer fällt, etwa zwei Wörter zu schreiben, sehr schwer über das Thema diskutiert werden könne.

Harvey Weinstein steht seit einigen tagen massiv unter Druck, nachdem in Artikel der „New York Times“ und im „New Yorker“ von zahlreichen Schauspielerinnen und Mitarbeiterinnen seiner Produktionsfirmen (Miramax und The Weinstein Company) bekannt wurde, dass sie von ihm sexuell missbraucht, mit Geld gefügig gemacht oder sogar vergewaltigt worden seien.

Woody Allen warnt vor Hexenjagd

Der Hollywood-Mogul hat sich unterdessen nach Europa für eine Therapie zurückgezogen. Zuletzt meldete sich auch Woody Allen zu Wort und warnte im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen vor einer Hexenjagd.