Wilco erste Details zum Album. Tour im November


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David  Fricke vom amerikanischen Rolling Stone sprach kürzlich mit Jeff Tweedy über das achte Studioalbum der Band, das gerade im eigenen Studio in Chicago gemischt wird und nun im September erscheinen soll. „Der Arbeitstitel ist bisher ‚Get Well Soon Everybody'“, so Tweedy. Wilco nahmen wieder im bisher beständigsten aller Wilco-Line-ups auf – also mit John Stirratt am Bass, Gitarrist Nels Cline, Glenn Kotche an den Drums, Mikael Jorgenson am Keyboard und Pat Sansome an allem, was er so in die Finger kriegt.

Man habe 20 Songs aufgenommen, so Tweedy, „von den ca. 50 oder 60, die ich eingebracht habe. Das mit dem Songschreiben läuft gerade sehr gut bei mir…“. Dabei habe ihm vor allem die Pause geholfen, die man sich nach der Tour im vergangenen Jahr gegönnt hatte. „Die war ein wenig länger als sonst. Es war sicher die längste Tourpause, die ich hatte, seit ich 20 oder so war.“ Wichtig sei sie vor allem aus einem Grund gewesen: „Du musst ständig am Ball bleiben, um die alten Songs zu spielen. Sich eine Weile von ihnen zu erholen und diesen vertrauten Hafen zu verlassen, war eine große Hilfe. Es ist hart, wirklich frei darüber nachzudenken, was du in Zukunft machen willst, wenn du immer schon die nächste Show vor Augen hast.“

David Fricke konnte auch bereits die ersten Songs hören und verriet uns: „Es gibt einen Sieben-Minüter namens ‚Art Of Almost‘, der mit verhuschten elektronischen Klängen beginnt, in einen geisterhaften Vocal-Part übergeht und im Krautrock-Style ausklingt. Außerdem gibt es zwei country-inspirierte Songs – die geisterhafte Ballade ‚Black Moon‘ und das unbeschwerter klingende ‚Whole Love‘.“

Jeff Tweedy selbst analysiert das Album so: „Es gibt zwei Richtungen auf der Platte: Etwas schräge, überhebliche, unausstehliche Popmusik und müder Country.“ Good joke, Mr. Tweedy. Ernsthafter ist da schon die Aussage, dass die Arrangements das „Produkt von sechs Männern ist, die im Studio erstaunlich gut miteinander kommunizieren können, ohne ein Wort zu sagen – und dabei eine Menge Vertrauen zueinander haben.“ Das Geheimnis also, das auch ihre Bühnenshows so einzigartig macht.

Wie schon vor einigen Monaten gemeldet, wird das Album auf dem eigenen Label dBpm erscheinen. Tweedy sagte dazu damals: „Wir mögen es, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, ein eigenes Label zu haben, fühlt sich also eigentlich ganz natürlich an. Wir hatten die Idee schon seit Jahren im Kopf.“ Das Label wird vom Wilco-Manager Tony Margherita geleitet. Vertrieblichen Anschluss bekommt es an Anti, das wiederum ein Ableger von Brett Gurewitz‘ Label Epitaph Records ist. Tweedy dazu: „Mit einem Label zu arbeiten, das von einem Punk gegründet wurde, der anfangs bloß seine eigenen Platten verkaufen wollte, ist ein ‚perfect match‘ für uns.“

Dann kann man sich ja auf den September freuen – und auf die gestern bestätigte Wilco-Show auf dem Rolling Stone Weekender im November.

Soeben wurden noch weitere Daten bestätigt:

08. November 2011 Frankfurt am Main, Alte Oper
09. November 2011 München, Cirkus Krone
11. November 2011 Rolling Stone Weekender, Weissenhäuser Strand
12. November 2011 Berlin, Tempodrom