Zwischen Bob Dylan und „Madagascar“: Coldplays Musikvideo zu „Paradise“


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Diesen Freitag erscheint das neue Album von Coldplay, “ Mylo Xyloto„. Pünktlich zum Release gibt es nun auch das Musikvideo zur zweiten Single „Paradise“ – und die Skeptiker fühlen sich aufs neue bestätigt.

Ein bisschen mutet der Clip an wie eine reale Version des Dreamworks-Trickfilms „Madagascar“ aus dem Jahr 2005. Ein im Zoo eingesperrter Elefant (Chris Martin) möchte in die staubig-heißen Savannen Afrikas zu seinen Artgenossen von Coldplay entfliehen. Das tut er dann auch erfolgreich mit Fahrrad, U-Bahn, Flugzeug und Einrad – nicht ohne zwischendrin wie Bob Dylan im „Subterranean Homesick Blues“ mit Pappschildern seines Textes um Geld zu betteln.

Schlussendlich trifft der Martin-Elefant in Afrika ein und findet dort auf wundersame Weise seine Kollegen von Coldplay, die mitten in der Steppe eine Bandprobe abhalten.

Oscar Wilde erklärte einst “ Talent borrows, genius steals„. Das ist in diesem Fall Ansichtssache. Man kann das Musikvideo als niedliche Geschichte eines hoffnungsvollen und erfolgreichen Strebens nach Glück sehen. Oder als das, was es ist: Ein Clip, der zu bemüht ist, originell und ausgefallen zu sein, dabei jedoch ins Abgedroschene abdriftet.

Erinnern wir uns doch lieber an die guten alten Coldplay-Zeiten, in denen die Band noch simple, aber gute Ideen hatte. Sehen Sie hier das Musikvideo zu „The Scientist“: