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Upcoming: Blues Pills

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Konzertbericht

ZZ Top live in Berlin: Beständigkeit statt Nostalgie

Um kurz nach zwanzig Uhr abends laufen auf den beiden Monitorwänden auf der Bühne der Berliner Zitadelle Countdowns runter. Dann läuft wie im Kino ein Vorspann – angekündigt wird ein 90-Minüter mit viel Thrill, Blues, Vintage-Autos und „ZZ Girls“, in den Hauptrollen Dusty Hill, Frank Beard und Billy Gibbons. Dazu gibt es Bilder von kämpfenden Eidechsen in der Wüste zu sehen.

Selbstironie und Beständigkeit

Es sind solche selbstironische, augenzwinkernde Momente, die ZZ Top auszeichnen. Das macht die Texaner sympathisch. Sie wissen genau, dass sie längst zu Karikaturen ihrer selbst hätten werden können, im hohen Alter über sechzig noch über die Beine hübscher Frauen, Whisky oder Mississippi zu singen. Ihr Gegenmittel: Beständigkeit.

Denn Überraschungen gibt es bei ihrem Auftritt der „Texicali Tour 2015“ keine. Es gibt den gewohnt knarzigen Blues-Rock, vermischt mit den Synth-Rock-Hits der Achtziger. So dient das treibende „Got Me Under Pressure“ von ihrem Großwerk „Eliminator“ (1983) wie bereits seit Jahren als Opener.

Dennoch verkommt die Show nie zu einer reinen Nostalgie-Veranstaltung. Immerhin drei Stücke stammen vom aktuellen Album „La Futura“, das in Zusammenarbeit mit Rick Rubin entstand. Dass „I Gotsta Get Paid“, im übrigen ein Cover des Hip-Hop-Tracks „25 Lighters“ von DJ DMD, „Flyin‘ High“ und „Chartreuse“ nicht im Set stören, mag Band und Fans gleichermaßen zufriedenstellen.

Zwischen den Klassikern und der Moderne liegt die Rockmusik

Die Darbietung ist immer dann gut, wenn die Doppel-Bärte Gibbons und Hill einstudierte, dennoch wahnsinnig unbeholfen wirkende Tanzbewegungen in die überlangen Gitarrensoli einbauen; sie wird immer dann erstklassig, wenn ZZ Top ihre Blues-Wurzeln feiern. „Catfish Blues“, der Klassiker von Robert Petway, den bereits das Jimi Hendrix Experience coverte, ragt durch Gibbons‘ Leistung an der Gitarre und Hills enormes Bassspiel heraus.

Hill leistet in der Trio-Formation ohnehin Großes, um den Soloausflügen des Frontmanns den harmonisch wie rhythmisch passenden Rahmen zu liefern. Lediglich Drummer Beard, trotz seines Namens der einzige ohne Vollbart, der eine Zigarette nach der anderen raucht, bleibt etwas blass.



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