I Predict A Graceful Expulsion
Es schien, als sei das Gut-Singen-Können mit Alison Moyet und
Pat Benatar irgendwann in den 80er-Jahren verschwunden; als
Kriterium im Popdiskurs taugte es sowieso nicht. Doch die große
Stimme erlebt in diesen Tagen eine Renaissance. Ob vor Pathos
wackelnd wie bei Beth Ditto, von Kunst und Understatement gesättigt
wie bei Julia Holter – oder eben pur aus eigenem Vermögen schöpfend
wie bei Al Spx, der 23-jährigen in London gestrandeten
Afro-Kanadierin.
Und tatsächlich: Sie ist verdammt beeindruckend, diese zwischen
Blues, Gospel und Soul oszillierende Stimme, die ein bisschen an
die schwarze Folksängerin Odetta erinnert, die in den 50er- und
frühen 60er-Jahren Dylan-Songs mit tiefem Vibrato schmetterte, nur
dass Al Spx’ Stimme weniger akrobatisch ist, eher rau und klar und
unverstellt.
Aber diese souveräne Stimme ist auch das Problem des Albums: Die
aus Cello, Gitarre, Saxofon und ein bisschen Schlagzeug bestehende
Band unterwirft sich ganz ihrer Wirkung. Cold Specks klingen nach
adapt...
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