Mumford & Sons - Sigh No More
Ein "Dust Bowl Dance" an den Ufern der Themse? Früchte-des-Zorns-Ernte im Londoner Westen? Häuptling Marcus Mumford und seine Indianer-Söhne mit so hübschen Namen wie Ben Lovett, Country (!) Winston und Ted Dwane müssen sich von Fleet Foxes bis Arcade Fire transatlantische Referenzen gefallen lassen, die mehr oder weniger naheliegen. Aber wenn der erste Eindruck nicht täuscht, steht dieses Quartett schon mit seinem ersten Album "Sigh No More" locker darüber, ohne sich dabei in kleinkariertem Brit-Folk-Dünkel zu verschanzen.
Der würde auch kaum passen zu einer Band, die nur in Spurenelementen ("Winter Winds") so klingt, als wolle sie die Londoner Straßenköter-Poesie etwa der Pogues beerben - aber sonst in Songs wie "The Cave", "Roll Away Your Stone", "Timshel" oder "After The Storm" verdammt oft so, als könne sie, wenn nicht das Gewicht der Welt, so doch so manche Last des Nächsten erst schultern und ihn dann mit unerschütterlicher Kraft und Vertrauen einfach über den Berg hinwegsingen...

