05. Februar 2004

Rewind Today 2004: Janet Jackson löst 'Nipplegate' aus

Schwupps, da war die Brust draußen. Bei der Halbzeitshow des Super Bowls 2004 zeigt Janet Jackson – unbeabsichtigt ? – viel Haut. Wenig später ist der Skandal als "Nipplegate" bekannt.


Au Backe, das kam unerwartet, und schnell war es auch schon wieder vorbei. Tausende im Reliant Stadium von Houston und Millionen vor den Fernsehschirmen waren Zeuge, wie Janet Jacksons rechte Brust aus ihrem Kostüm ploppte. Zuvor intonierte Jacksons Co-Sänger Justin Timberlake die Zeile „I'm gonna have you naked by the end of this song“ und zog dabei an Jackson. Dabei riss das Kostüm, und zum Vorschein kam der schmuckbehangene rechte Busen. War die Nacktszene geplant, oder war das alles ein Versehen?

Hätte diese Showeinlage bei einem normalen Konzert statt gefunden, nichts weiter wäre passiert. Aber der Auftritt fand beim 38. Super Bowl statt, dem Football-Finale, einer Veranstaltung für die ganze Familie, bei der in den Pausen meist Musiker auftreten. Nun liefen die Zuschauer Sturm gegen die "unsittliche Entblößung", die Telefonleitung des Fernsehsenders CBS stand nicht mehr still. Eine Bürgerin reichte sogar eine Klage ein.

CBS und das beteiligte MTV, sogar Vertreter der National Football League (NFL) entschuldigten sich öffentlich. Zuvor kam es zwischen dem Sportverband und den Fernsehsendern zum Streit. Niemals wieder, so die NFL, dürfe MTV den Super Bowl ausstrahlen. Später wurde die Muttergesellschaft Viacom, zu der CBS und MTV gehören, zu einer Bußgeldzahlung von 550.000 US-Dollar verurteilt.

Der Auftritt von Janet Jackson und Justin Timberlake ging als "Nipplegate" in die Geschichte ein – der Begriff ist eine Abwandlung der "Watergate-Affäre" und steht für Skandale von staatsgefährdenden Ausmaßen. Jackson selbst räumte in einem späteren Interview ein, dass die Aktion geplant gewesen und kein Vesehen war. Allerdings hätte Timberlake lediglich am Korsett, nicht am BH ziehen sollen. So aber konnte nun jeder Zuschauer sehen, dass die Sängerin sich auch an Körperstellen schmückt, die normalerweise für Millionen nicht sichtbar sind.

Die Fernsehsender zogen ihre Lehren aus "Nipplegate". Preisverleihungen wie die Oscars würden von nun an nur noch zeitversetzt ausgestrahlt werden, damit man – falls ein Brust-Überfall oder ähnliches droht – schnell ausblenden oder schneiden könne.

Später erkannten auch andere Stars das Potential der Familienveranstaltung Super Bowl um zu provozieren: Beim Auftritt von Madonna 2012 streckte ihre Co-Sängerin M.I.A. den Mittelfinger in die Höhe. Zwar blieben Zuschauerproteste angesichts dieses "Fingergate" weitestgehend aus. Dennoch sah sich die National Football League wieder zu einer Entschuldigung gezwungen.

Der Mittelfinger von MIA kam so schnell heran geschossen, man konnte die Szene nicht schnell genug heraus schneiden.



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