Ben E. King: Die 21 besten Coverversionen
Von Lennon bis Miley Cyrus: 21 Coverversionen von Ben E. Kings „Stand by Me“, die zeigen, wie vielseitig der Klassiker ist.
Ben E. King landete mit Platten wie „Spanish Harlem” und „Under the Boardwalk” von den Drifters dauerhafte Hits, aber der 2015 verstorbene New Yorker wird immer am besten für „Stand by Me” bekannt sein, eine von Jerry Leiber und Mike Stoller mitgeschriebene, von Psalmen inspirierte Ballade.
Mehr als sechs Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung ist der Song zu einem modernen Standard geworden, der unzählige Male über Genres, Epochen und Kulturen hinweg neu interpretiert wurde. Von den frühen Versuchen von Otis Redding und Muhammad Ali bis hin zu den späteren Überarbeitungen von Stephen King und Miley Cyrus findet der Song immer wieder Künstler, die ihn neu erfinden wollen.
Zuletzt war das der Country-Sänger Stephen Wilson Jr., der „Stand by Me“ in einen Schrei verwandelt. Dies sind die Versionen, die man unbedingt hören muss.
Muhammad Ali
Chuck D moderierte einmal eine ESPN-Dokumentation, die Alis Einfluss auf den Hip-Hop beleuchtete. Aber bevor der Schwergewichts-Champion behauptete, mit einem Wal gerungen, den Blitz gefesselt und den Donner ins Gefängnis geworfen zu haben, nahm er dieses Cover von Ben E. King auf. Der Titel erschien gegen Ende seines bescheiden betitelten Albums „I Am the Greatest!“ aus dem Jahr 1963 und schaffte es fast in die Top 100.
Otis Redding
Otis Redding nahm „Stand By Me“ 1964 auf. Nur drei Jahre nach Ben E. King. Vielleicht behandelt er den Song deshalb nicht wie eine heilige Schrift. Die Basslinie bleibt erhalten. Aber die Gesamtstimmung ist leichter. Sogar schelmisch, dank einer Bläsersektion, die eher Farbe als Akzente setzt.
Steve Cropper spielt gewundene, einfallsreiche Riffs auf seiner Gitarre. Und dann ist da noch Otis, der mit Leidenschaft singt, aber bewusst vermeidet, den Text in eine verzweifelte Bitte zu verwandeln. Er scheint den Groove genauso zu genießen wie wir alle.
The Kingsmen
Die Kingsmen hatten „Louie Louie” gerade zwei Jahre hinter sich, als sie „Stand by Me” aufnahmen. In den Sechzigern war das eine Ewigkeit, aber während andere Garagenbands härter geworden waren und versuchten, wie die Yardbirds oder die Rolling Stones zu klingen, blieben die Kingsmen ihren Wurzeln treu und legten eine billige Orgel über einen unbekümmerten Crawl durch das klassische Bassriff.
Es klingt wie der obligatorische langsame Song bei einer Samstagabend-Tanzveranstaltung, bei der die Band darauf wartet, wieder zu den Rave-Songs zurückkehren zu können.
Ike & Tina Turner
Es ist nicht leicht, den Funk in „Stand by Me“ zu finden, aber Ike & Tina Turner haben ihn an einer Stelle entdeckt, an der niemand sonst gesucht hat. Durch die Verlangsamung des Tempos und die Hinzufügung dichter Orgelklänge (sowie Ikes Chicken-Scratch-Gitarre) ist dieser Groove so schwer, dass er Tinas Gesang fast nebensächlich erscheinen lässt.
Das heißt nicht, dass sie sich nicht voll ins Zeug legt: Tina singt mit so viel Leidenschaft, dass man sich fragt, ob sie überhaupt jemanden braucht, der ihr zur Seite steht.
Gene Clark
Der ehemalige Byrd Gene Clark nahm seine Version von „Stand by Me” während der Sessions für das 1971 erschienene Album White Light auf, und obwohl sie bis 2002 in den Archiven schlummerte, ist sie ein wahres Juwel.
Clark bleibt dem zerbrechlichen Gefühl des Songs treu, aber er gestaltet die Komposition komplett neu, verzichtet auf die charakteristische Basslinie und die Gospel-Untertöne und verwandelt ihn in einen galoppierenden Country-Rock-Song für die Canyons Südkaliforniens.