The Damned
„Not Like Everybody Else“
Kontor New Media/Edel (VÖ: 23.1.)
Die Punk-Veteranen vergnügen sich mit Coverversionen.
Von all den Punkbands der ersten Stunde, deren Akteure locker auf den 70. Geburtstag zugehen, haben sich The Damned vergleichsweise am besten gehalten. Auch im 50. Jahr ihrer Endlos-Karriere bleiben sich die Londoner treu: Sie sind die ernsten Unernsten. Mit ihrem 13. Album (je nach Zählweise) pflegen die mehrfach Reformierten ihrem trotzigen Sponti-Duktus. Hier werden sie zur kernigen Coverband. Man könnte es auch Nonkonformismus nennen.
Im Schaufenster stehen etwa „Summer In The City“ von Lovin’ Spoonful, Pink Floyds „See Emily Play“ oder auch Iggys Klassiker „Gimme Danger“. Das klingt nach Alt-Rocker auf dem AIDA-Schiff, ist aber durchgeknallt geschmackvoll. Die Ex-Chaostruppe orientiert sich an der klanglichen Linie ihrer Spätwerke mit einem dichten, austarierten Sound, der ihre Oldie-Punk-Energie nicht überzeichnet, sondern am Tresen stehend kanalisiert. Das Sauerstoffzelt ist noch einige Jahre entfernt.
Diese Review erscheint im Rolling Stone Magazin 2/2026.