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Stephen Kings „Es“: Warum der Roman nicht ganz so groß ist, wie wir ihn uns wünschen


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Kaum einer hätte nach „The Stand“ und „Shining“ damit gerechnet, dass King sein bis heute populärstes Werk erst noch veröffentlichen würde, in den 1980er-Jahren. Wehmütig, aber auch brutal erzählt er von einer Jugend in den 1950er-Jahren. Der Clown aus der Hölle, Kinderfresser Pennywise, ist eine von Kings berühmtesten Figuren geworden. Am 28. September läuft der erste Teil einer Neuverfilmung im Kino an. ROLLING STONE blickt auf den Roman zurück, mit dem King vor 31 Jahren die Ängste seiner Vergangenheit ein für allemal beerdigen wollte – und den seine Fans ironischerweise am Leben halten wie kein zweites des Horror-Schriftstellers.

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Dieses Buch, das sich über 30 Jahre erstreckt, ist wie eine Ray-Bradbury-Kindheit im Blutrausch; mit einem Blick hinter die Fassade kleinbürgerlicher Städte, und Entdeckungen der jungen Menschen, an die kein Erwachsener glauben will. Deshalb müssen die Kids ihr Schicksal in dieser durch und durch verpesteten Stadt (für King war das fiktive Derry Sinnbild alles Schlechten) selbst in die Hand nehmen. Einer der Jungen will den von „Es“ ermordeten kleinen Bruder rächen. Der wollte im Regen mit seinem Papierboot spielen, man fand ihn, einen Arm abgerissen, vor einem Kanalisationsschacht.

 

Stephen King geht ins Kino: „It“ in Bangor, 10. September 2017

 500 Seiten zu wenig

Die Faszination an „It“, das in Sonder-Editionen immer wieder neu aufgelegt und in den Kritikerlisten als Höhepunkt in Kings Schaffen bezeichnet wird, ist ungebrochen. Sein bis dahin dickstes Buch, King arbeitete seit 1982 daran, markierte auch das Ende seiner bis dato längsten Pause (fast zwei Jahre nach „Thinner“), und erschien – wie verantwortungslos müssen die Verantwortlichen eigentlich sein – auf Deutsch um nahezu 500 (!) Seiten gekürzt. Die Jahrzehnte später veröffentlichte komplette Übersetzung brachte es dann auf mehr als 1500 Seiten.

 Die geniale Betitelung (gibt es einen besseren Titel?) lässt Raum für alle Assoziationen. Was aber machte die Klasse des Buchs aus? Zum einen wollte King sich vom klassischen Horrorroman nach „It“ verabschieden, mehr noch: das letzte Wort haben, deshalb baute er etliche Monster in die Erzählung ein. „It“ ist ein Gestaltwandler: Werwolf, Mumie, Vampir – alle paradieren hier.

Scott Eisen Getty Images for Warner Bros.


Gewinnen: „Watchmen“, „The Outsider“ & „His Dark Materials“ auf Blu-ray

Bald erscheinen die drei HBO-Serien „Watchmen“, „The Outsider“ und „His Dark Materials“ fürs Heimkino und wir verlosen drei Exemplare der HBO-Serienhighlights auf Blu-ray. Darum geht es in den Serien Die Comic-Adaption „Watchmen“ spielt in einer alternativen Realität, in der Kriminalpolizistin Angela Abar und ihre Kollegen von der Polizei in Tulsa, Oklahoma ihre Identität verschleiern müssen, um sich vor Terroristen zu schützen. Als sie in einem Mordfall nahe ihrem Wohnort ermittelt, stößt Angela auf eine riesige Verschwörung, die die Zukunft der Welt bedroht. Psycho-Spielchen und Mystery-Vergnügen warten in „The Outsider“, basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Stephen King. Die Handlung erzählt…
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