Das haben die Eagles seit 51 Jahren nicht gemacht

Die Eagles spielten im Sphere erstmals seit 1975 ohne Joe Walsh. Don Henley erklärte die Hintergründe und sprach über Ersatzlösungen.

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Die Eagles mussten am 24. Januar im Sphere ohne Joe Walsh auftreten, nachdem der Gitarrist an der Grippe erkrankt war. Es war das erste Konzert ohne ihn, seit er 1975 zur Band gestoßen war. „Wir hatten eine Wahl“, erklärte Don Henley dem Publikum. „Wir konnten entweder das ganze Ding absagen oder wir konnten uns zusammenreißen und die Show spielen. Also sind wir heute Nachmittag hierhergekommen und haben eine zweistündige Notfallprobe eingelegt. Und zum Glück haben wir in dieser Band eine tiefe Ersatzbank.“

Walshs Parts wurden größtenteils von Deacon Frey und Vince Gill übernommen. Frey, der 2017 nach dem Tod seines Vaters Glenn Frey Mitglied der Eagles wurde, spielte gleich zu Beginn des Abends gemeinsam mit dem neuen Gitarristen Chris Holt das ikonische Gitarrensolo von „Hotel California“.

Gill übernahm den Leadgesang bei „In The City“, „Life’s Been Good“ und „Rocky Mountain Way“.

Ersatzlösungen und Änderungen in der Setlist

Der einzige Song, der aus der Setlist gestrichen wurde, war der James-Gang-Klassiker „Funk #49“, der ohne Walsh nur schwer umzusetzen gewesen wäre. Stattdessen spielten die Eagles „Best Of My Love“.

Am Vorabend hatte Walsh den Großteil des Konzerts noch absolvieren können, allerdings wurde „Rocky Mountain Way“ gestrichen, und er verließ für einige Songs sowie den Schlussapplaus die Bühne. „Er war gestern Abend krank“, sagte Henley. „Aber er hat sich heldenhaft durch den Großteil der Show gekämpft … Joe wird wieder okay sein. Er braucht nur etwas Zeit. Gebt ihm etwas Liebe.“

Rückblick auf die Residency und Worte an das Publikum

Das Konzert war bereits der 46. Auftritt der Eagles im Sphere, seit sie ihre Residency im September 2024 begonnen hatten. Die Setlist ist wegen der aufwendigen, songbezogenen Visuals weitgehend festgelegt, doch Titel wie „The End of the Innocence“, „Those Shoes“ und „Please Come Home for Christmas“ werden nicht jeden Abend gespielt.

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„Es ist gut, heute Abend mit euch in einem Raum zu sein“, sagte Henley. „Wir können heute alle auf einer Wellenlänge sein, denn Musik ist eine universelle Sprache und Musik ist Medizin. Nach der Woche, die wir hinter uns haben, können wir alle etwas Medizin gebrauchen. Ich werde nicht viel reden. Ich werde nicht viel herumspringen. Und ich werde keine Kniebeugen machen. Ich werde einfach verdammt gut Gitarre spielen. Ich spiele diese Songs nun seit 53 Jahren für euch. Es war ein Privileg und eine Ehre.“

Weitere Neuigkeiten rund um die Eagles

Abseits der Konzerte gibt es weitere Nachrichten aus dem Eagles-Lager: Ihre erste Greatest-Hits-Sammlung ist das erste Album überhaupt, das von der RIAA mit Vierfach-Platin ausgezeichnet wurde, was bedeutet, dass sich mehr als 40 Millionen Exemplare verkauft haben. „Ich bin mir nicht sicher, ob wir dafür bezahlt wurden“, scherzte Henley im Sphere. „Das ist alles Spotify.“

Die Eagles setzen ihre Residency im Sphere am 30. Januar fort, was Walsh ausreichend Zeit zur Genesung geben dürfte. Sollte er dann noch nicht wieder einsatzbereit sein, haben sie bewiesen, dass die Show auch ohne ihn funktioniert – selbst wenn es etwas surreal wirkt, Vince Gill seine Songs singen zu sehen.

Andy Greene schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil