3,4 Promille: Hätte Stephen Dürr tot sein müssen? Was war mit seinem Nahtod?
Stephen Dürr berichtet im Dschungelcamp von Herzstillstand, 3,4 Promille Alkohol und seiner Nahtoderfahrung nach dem Zusammenbruch.
In der Dschungelcamp-Episode von Dienstag (27. Januar 2026) erzählte Stephen Dürr von einem lebensgefährlichen Ereignis: Vor ein paar Jahren hatte der Schauspieler infolge starken Alkoholkonsums einen Herzstillstand erlitten.
Nach einer harten Suchtphase kämpfte er sich zurück ins Leben. Im Dschungelcamp sprach der 54-Jährige nun detaillierter über diese Zeit.
„Ich war zwei Jahre lang in einer depressiven Phase und das gipfelte in einem Alkoholabsturz mit 3,4 Promille Alkohol im Blut. Das war bei einer Feier von ‚In aller Freundschaft'“, erklärte Dürr in einem Gespräch mit Hardy Krüger junior.
Wie nahe am Tod hatte Stephen Dürr sich befunden?
Das sagen Mediziner: Ein Blutalkoholwert von 3–4 ‰ entspricht einer schweren Alkoholvergiftung. In diesem Bereich wirkt Alkohol nicht mehr nur berauschend, sondern dämpfend auf lebenswichtige Funktionen.
Wirkung auf das zentrale Nervensystem
Alkohol hemmt die Aktivität im Hirnstamm, der Atmung, Kreislauf und Schutzreflexe steuert. Je höher der Wert, desto größer die Gefahr von Bewusstlosigkeit bis Koma. Die Wahrnehmung von Schmerz, Kälte und Gefahr ist stark reduziert.
Atmung und Kreislauf
Die Atmung kann sich verlangsamen oder unregelmäßig werden. Bei sehr hohen Werten droht Atemstillstand, besonders im Schlaf. Der Blutdruck kann stark abfallen, was zu Kreislaufversagen führen kann.
Warum Überleben möglich ist (theoretisch)
Menschen mit langjähriger Alkoholgewöhnung entwickeln eine pharmakologische Toleranz. Sie bleiben bei extremen Promillewerten teilweise ansprechbar. Das bedeutet nicht, dass ihr Körper weniger belastet ist. Nur die sichtbaren Symptome sind abgeschwächt. Entscheidend ist, ob die lebenswichtigen Funktionen stabil bleiben (Atmung, Herzschlag).
Warum der Bereich trotzdem kritisch ist
Schutzreflexe wie Husten oder Schlucken können ausfallen – Erstickungsgefahr bei Erbrechen. Alkohol erweitert die Blutgefäße. Das Risiko von Unterkühlung, selbst in Innenräumen steigt. Bereits kurze Phasen mit Sauerstoffmangel können irreversible Hirnschäden verursachen.
3–4 Promille sind überlebbar, medizinisch belegt. Sie gelten jedoch als akut lebensbedrohlich. Ob es zum Tod kommt, hängt nicht allein vom Promillewert ab. Sondern von individueller Toleranz, Begleiterkrankungen, äußeren Umständen (Schlaf, Lage, Hilfe).
Warum Alkohol einen Herzstillstand auslösen kann
Ein Herzstillstand entsteht nicht direkt, weil „das Herz plötzlich aufhört“, sondern meist als Kettenreaktion mehrerer Effekte, die Alkohol gleichzeitig auslöst.
Dämpfung des Hirnstamms: Alkohol wirkt stark zentral dämpfend. Der Hirnstamm steuert Atmung, Herzfrequenz, Blutdruck. Bei hohen Promillewerten kann diese Steuerung versagen. Die Atmung wird zu flach oder setzt aus – Sauerstoffmangel. Auch Atemdepression führt zu Sauerstoffmangel. Alkohol verlangsamt die Atmung. Im Schlaf oder in Bewusstlosigkeit wird das oft nicht kompensiert. Das Herz ist extrem sauerstoffabhängig. Fehlt Sauerstoff: Der Herzrhythmus wird instabil, es kann zu Kammerflimmern oder Asystolie kommen.
Stephen Dürrs Nahtoderfahrung
Stephen Dürr weiter: „Ich habe eine Flasche nach der anderen aufgemacht. Ich habe gekotzt. Dann kam ein Krankenwagen und die haben mich erkannt und gesehen, dass das ein Filmset ist. Dann ist mein Herz stehen geblieben. Zwei Mal wurde ich mit dem Defibrillator zurückgeholt“.
Dürr spürte ein Geühl von Leichtigkeit und Frieden: „Ich bin von mir weggegangen. Es war alles hell. Ich bin gegangen, merkte aber, wie ich immer wieder zurückgezogen wurde. Zwei Mal.“
Warum Nahtoderfahrungen nach Herzstillstand möglich sind
Ein Herzstillstand bedeutet nicht, dass das Gehirn sofort „aus“ ist. Nach Herzstillstand erhält das Gehirn keinen Sauerstoff mehr. In diesen ersten Minuten ist das Gehirn hochaktiv, aber gestört. Genau hier entstehen NTE.
Viele Berichte ähneln sich stark. Gefühl von Loslösung vom Körper, Tunnel- oder Lichtwahrnehmungen, intensive Ruhe oder Frieden, Rückblick auf das eigene Leben.
Medizinische Erklärungsansätze
1. Sauerstoffmangel (Hypoxie). Sauerstoffmangel verändert die Aktivität im visuellen Cortex. Es entstehen Tunnel- und Lichteffekte – verändertes Raum- und Körpergefühl
2. Überaktivität bestimmter Hirnareale. Besonders betroffen: Temporallappen. Diese Areale sind zuständig für: Erinnerung, Selbstwahrnehmung, Emotionen.