Billy Bragg: „City of Heroes“ als Antwort auf ICE-Einsatz in Minneapolis

Nach dem Tod von Alex Pretti durch ICE veröffentlicht Billy Bragg innerhalb eines Tages seinen Protestsong. Ein musikalischer Aufschrei gegen Staatsgewalt.

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Nach dem gewaltsamen Tod des Krankenpflegers Alex Pretti durch Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) am 24. Januar eröffnet der britische Singer-Songwriter Billy Bragg eine neue musikalische Front im Kampf gegen Gewalt und staatliche Repression.

Protestsong in 24 Stunden: Braggs schnelle Antwort

Binnen 24 Stunden nach dem Vorfall schrieb, produzierte und veröffentlichte Bragg seine neue Single „City of Heroes“. Mit dem Song zeigt er Solidarität mit den Menschen in Minneapolis, die seit Monaten gegen das aggressive Vorgehen der Bundesbehörden auf die Straße gehen.

Gegen das Schweigen: Die Botschaft von „City of Heroes“

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In „City of Heroes“ richtet sich Bragg gegen das Schweigen in Zeiten der Gewalt und gegen staatliche Machtstrukturen, die sich über das Recht erheben. Der Song greift historische Lehren auf, um die Bedeutung des zivilen Widerstands zu unterstreichen, und hebt hervor, wie wichtig es ist, sich gegen Ungerechtigkeit zu erheben – besonders wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen. In einer Stellungnahme erklärte Bragg, er habe das Lied als Hommage an den Mut der Protestierenden geschrieben. Deren Widerstand sei „eine Inspiration für uns alle“ – ein Satz, der die zentrale Botschaft des Songs zusammenfasst.

The Boss meldet sich zu Wort: Springsteens „Streets of Minneapolis“

Bragg steht nicht allein. Auch andere Künstler haben öffentlich Stellung bezogen und musikalisch auf die Ereignisse in Minneapolis reagiert. Bruce Springsteen veröffentlichte die Single „Streets of Minneapolis“, in der er das Vorgehen von ICE und verwandten Behörden als „staatlichen Terror“ verurteilt und den Tod von Pretti und Renee Good thematisiert. Springsteens Song entstand unmittelbar nach dem Vorfall und wurde innerhalb weniger Tage geschrieben, aufgenommen und veröffentlicht – ein ungewöhnlich schneller musikalischer Kommentar auf ein politisches Ereignis.

Auch andere Stimmen aus dem Musik- und Kultursektor hatten zuvor ihre Solidarität mit den Protestbewegungen kundgetan. Die Debatte über die Rolle von ICE in Minneapolis hat sich längst zu einem größeren kulturellen Thema entwickelt. Neben musikalischen Beiträgen äußerten sich Sportler, Schauspieler und Musiker zu den Vorfällen und forderten eine politische und rechtliche Aufarbeitung der tödlichen Schüsse.