Buck Meek

„The Mirror“

4AD/Beggars (VÖ_ 27.2.)

Der Big-Thief-Gitarrist mit großem US-Folk.

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Man kann viele interessante Dinge erzählen über Buck Meek, in dessen Familie alle mit Kunst zu tun haben. Die Großmutter forschte zu Shakespeare, der Großvater war ein Faulkner-Experte, der Vater ist ein Glaskünstler. Meek selbst kennt sich mit allerlei Musikstilen aus, studierte Jazz und versteht – so steht es im Pressetext – etwas von rumänischem Walzer. Natürlich nimmt man seine wundersame Hauptband Big Thief als sehr künstlerisch wahr und vermutet unter jeder Hook einen doppelten Boden.

Tolle Musiker:innen, tolle Musik

Aber abstrakt ist diese Musik gar nicht, sondern sie bekennt sich zu amerikanischen Folktraditionen und durchaus einfachen Gefühlen. Auch auf Meeks viertem Soloalbum kann man sowohl die Melodien als auch die besungenen Themen gut nachvollziehen. Etwa bei „Can I Mend It?“, dessen Protagonist seine dunklen Seiten gezeigt hat und sich nun fragt, ob er das je wieder geradebiegen kann. Die schunkelnde Americana von „Demon“ behandelt Schattenarbeit und die Einladung, erlittene Verletzungen zu transformieren.

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Und doch ist hier nichts herkömmlich. Meek arrangiert seine Musik mit fiependen Synths und sonderbar verdrehten Gitarren, die Schlagzeuge torkeln. Dem Vernehmen nach haben er und Produzent James Krivchenia modulare Synthesizer mit elektrischen Gitarren verbunden und so die sonderbaren Drones hergestellt, die nun einige dieser Lieder aufs Schönste in die Irre führen. Meek erlaubt eine Durchlässigkeit, in der man ein Lebensgefühl erkennen könnte: dass nichts starr und sicher ist, dass alles frei erfunden werden darf. Wie auf dem aktuellen Album von Big Thief hat auch Meeks neue Musik ein gemeinschaftliches Gefühl. Die Community hat mitgemacht: Adrianne Lenker, Jolie Holland, Tucker Zimmerman, Adam Brisbin und so weiter. Tolle Musiker:innen, tolle Musik.

Diese Review erscheint im Rolling Stone Magazin 3/2026.