Gil Ofarim: Die Wahrheit über die Notlüge für seine Kinder

Nach dem Dschungelcamp-Triumph packt Gil Ofarim aus: Warum er seine Kinder anlog, wie er heute damit umgeht und was sein Comeback bedeutet.

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Wie geht es weiter mit der seltsamen Karriere des tragischen Multikünstlers Gil Ofarim? Nach seinem Dschungelcamp-Triumph in der RTL-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ steht der Musiker, der 2020 mit „Alles auf Hoffnung“ sein letztes Album veröffentlichte, an einem entscheidenden Wendepunkt seiner Karriere. Ofarim bekam zwar mit seinem „Camp“-Auftritt flächendeckende mediale Präsenz. Doch ob daraus ein nachhaltiger künstlerischer Neuanfang entsteht, bleibt offen.

„In erster Linie Papa“

In Interviews und der nachgeschobenen RTL+-Doku „Der Fall Gil Ofarim“ sagt der 42-Jährige im Gespräch mit Frauke Ludowig über sich selbst: „Gil Ofarim ist in erster Linie Papa.“

Seine Kinder hatte er damals bezüglich der negativen Schlagzeilen 2021 angelogen, um sie zu schützen. Heute könnten sie selbst lesen – und die Tragweite verstehen. „Mein Sohn hatte sich gefreut und gesagt: ‚Papa, schau mal, da bist du überall!’“, erinnert sich Ofarim an einen Zeitungskiosk-Moment mit vielen schrillen Schlagzeilen. Damals entschied er sich, gegenüber den Kindern zu flunkern. Er sagte ihnen, dass es positive Stories über seine Musik seien.

Keine fertigen Pläne

Wie es nun weitergehe, wisse er noch nicht. Es gebe weder einen „geheimen Deal mit RTL“ noch ein fertiges Musik-Album im Koffer. „Klar, ich habe in den vergangenen Jahren viel Musik geschrieben. Aber es gibt keine Platte, die fertig produziert irgendwo liegt. Es gibt auch keine Pläne für eine Doku oder so“, wird Ofarim im Wochenmagazin „Stern“ zitiert. „Daran sieht man auch, dass ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte, zu gewinnen.“

Er wünsche sich aber, wieder als Musiker, Schauspieler und Synchronsprecher arbeiten zu können – so wie er es „all die Jahre vor der Krise getan habe“.

Neustart in München

Finanziell brachte die Show kurzfristige Stabilität: Mit der Gage könne er sich wieder eine Wohnung in München leisten und näher bei seinen Kindern leben.

Bereits im August 2025 hatte Ofarim auf Instagram ein neues Studioalbum für 2026 angekündigt, inklusive möglicher „Unplugged“-Shows. Sein damaliges Comeback-Konzert im Bochumer Club Matrix war nicht ausverkauft – aber es fand immerhin statt.

Es war nach der Kontroverse ein Signal: Der Mann wagt sich wieder auf die Bühne. Ob irgendwann größere Hallen folgen können, hängt nicht zuletzt von seinen künstlerischen Moves jenseits seiner Dauerrolle als Skandalnudel ab.

Ralf Niemczyk schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.