„The Romantic“: Bruno Mars setzt Maßstäbe im Latin Pop

Der auf Hawaii geborene Filipino-Puertoricaner greift auf „The Romantic“ tief in den Fundus lateinamerikanischer Genres – von Bolero bis Salsa.

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Latin-Wurzeln neu entdeckt

Bruno Mars schöpft auf „The Romantic“, seinem vierten Album und ersten Solo-LP seit einem Jahrzehnt, stärker aus seinen Latin-Wurzeln als je zuvor. Geboren als Peter Gene Hernandez auf Hawaii, mit einer philippinischen Mutter und einem puerto-ricanischen Vater, hat Mars bislang Soul, Funk und Old-School-R&B in glänzende, liebesgetränkte Pop-Songs einfließen lassen. Auf diesem Projekt jedoch lehnt er sich musikalisch weit in seine lateinische Seite vor.

Über das gesamte Album hinweg greift er auf mexikanisch und kubanisch inspirierte Sounds zurück: Boleros, Mariachi und Salsa. Hier ein paar Highlights und ein Überblick über die Latin-Einflüsse des Albums.

„Risk It All“

Mars eröffnet „The Romantic“ mit einem kinoreifen Trompetendonner und zarten Streicherarrangements. Das evoziert sofort einen mexikanischen Bolero – eine romantische Ballade, die in Kuba ihren Ursprung hat und durch mexikanische Musiker wie Agustín Lara und später Javier Solís popularisiert wurde.

Der Track nennt eine ganze Reihe von Session-Musikern im Credits: einen Saxophonisten, satte sechs Geigenspieler, zwei Bratschisten, ein paar Trompeter, einen Cellisten und Conga-Spieler Daniel Rodriguez, der an Mars‘ Silvestershow 2025 in Las Vegas mitgewirkt hatte. Im Musikvideo zu „Risk It All“ setzt Mars zahlreiche visuelle Referenzen an die mexikanische Kultur – darunter eine komplette Mariachi-Band und eine goldene Kette mit der Virgen de Guadalupe.

„Cha Cha Cha“

Beim zweiten Track von „The Romantic“ bringt Mars sanft gedämpfte Salsa-Rhythmen mit, getragen von Rodriguezs Conga-Drums, während er die Hörer auffordert, mit ihm zu tanzen. „Cha Cha Cha“ ist stilistisch breiter aufgestellt und zieht sich durch mehrere Latin-Genres: Der Song nickt explizit dem kubanischen Tanzrhythmus desselben Namens zu und bindet die charakteristischen Cowbell-Klänge ein.

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Genau wie auf „Risk It All“ gibt es reichlich Trompeten- und Streichermomente, die dem Song eine sinnliche Note verleihen. Mars interpoliert außerdem Lyrics aus Rapper Juveniles „Slow Motion“ – ein Beweis, dass er nach wie vor Genres aller Art mühelos zusammenführen kann.

„Something Serious“

Dieser funkige Track erinnert an bekannte Chicano-inspirierte Songs wie Wars „Lowrider“ und Tito Puentes „Oye Cómo Va“, das 1970 von Santana gecovert wurde. Genau wie „Cha Cha Cha“ hat auch dieser Mars-Song Wurzeln in kubanischer und puerto-ricanischer Musik: Puente, ein Nuyorican-Songwriter und Latin-Music-Legende, schrieb „Oye Cómo Va“ 1962 als klassischen Cha-Cha-Chá. Wieder kommen die Cowbells zum Einsatz, diesmal aber kombiniert mit lebhaften Gitarren-Riffs und Posaunen-Ausbrüchen – letztere courtesy of Silk Sonics Kameron Whalum – und „Something Serious“ liefert dabei eine ausgelassene Party-Stimmung.

Maya Georgi schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil