Quentin Tarantino: Tod durch Rakete? Gerüchte ohne Beleg

Ein Foto im Bunker, ein viraler Tweet – und plötzlich war Tarantino tot. Wie eine Falschmeldung über einen Raketenangriff das Netz erschütterte.

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In sozialen Netzwerken machte am Wochenende eine drastische Behauptung die Runde: Regie-Ikone Quentin Tarantino sei bei einem iranischen Raketenangriff im Raum Tel Aviv ums Leben gekommen.

Als angebliche Quelle wurde auf der Plattform „X“ sogar die renommierte Nachrichtenagentur Reuters genannt. Belege für diese Meldung gibt es bislang keine. Dennoch kursierten diverse bebilderte „Stories“ über die angebliche Attacke.

Ausgangspunkt war offenbar ein viraler Tweet mit einem Foto, das Tarantino in einem Schutzraum zeigen soll. Die dramatische Bildunterschrift spekulierte über seinen „letzten Film“ – inszeniert wie ein makabrer Abspann. Tatsächlich hat es am Wochenende in Israel Todesfälle durch nicht abgefangene Flugkörper gegeben. Eine Bestätigung für einen Raketenangriff auf den Filmemacher findet sich jedoch nicht.

Kein Beleg für den Tod des Regisseurs

Der 61-Jährige steht seit Jahren in enger Verbindung zu Israel. Nach dem von der Hamas angeführten Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 besuchte Tarantino einen Militärstützpunkt im Süden des Landes, um Soldaten moralisch zu unterstützen. Bilder davon gingen weltweit durch die Medien – und dürften die Grundlage für neue Spekulationen geliefert haben.

Tarantinos Ehefrau, die israelische Sängerin Daniella Pick, erklärte im Dezember 2025 laut dem israelischen Sender „Channel 12“, ihr Gatte habe nie erwogen, Israel zu verlassen – trotz vorheriger Attacken auf Tel Aviv. Verifizierte Hinweise auf Verletzungen oder gar seinen Tod gibt es nicht.
Tarantino ist seit 2018 mit Pick verheiratet. Kennengelernt hatten sich die beiden 2009 während der Israel-Promo-Tour von „Inglourious Basterds“. Das Paar pendelt Berichten zufolge zwischen Tel Aviv und Los Angeles; die gemeinsamen Kinder wurden in Israel geboren.

Desinformation in Zeiten des Konflikts

Das aktuelle Gerücht über seinen angeblichen Tod scheint Teil einer Desinformationswelle zu sein, wie sie in Zeiten eskalierender Konflikte immer wieder auftritt – ein weiteres Beispiel dafür, wie schnell sich Falschmeldungen rund um prominente Namen viral verbreiten.

Ralf Niemczyk schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.