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Tarantino-Ranking: Alle Filme von „Reservoir Dogs“ bis „Once Upon a Time in Hollywood“


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10. The Hateful Eight (2015)

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In diesem wie ein Theaterstück angelegten Western debattieren neun Menschen über Selbstjustiz, Notwehr, Schusswaffengebrauch und Rassismus. Ein Schneesturm tobt vor der Hütte, und der Sheriff, ein Kopfgeldjäger, die Soldaten und eine zum Tod verurteilte Gefangene gehen sich an den Kragen. Die politischen Bezüge zu den aktuellen Rassenunruhen in Amerika, wo immer wieder – vor allem schwarze – Unschuldige von Polizisten erschossen werden, sind deutlich. Hier umso mehr, da Staatsdiener auf Ausgestoßene treffen.

Unter der Last gesellschaftskritischer Zitate („Schwarze fühlen sich nur dann in Sicherheit, wenn Weiße entwaffnet sind“) droht das 189 minütige Drama, Tarantinos längster Film, bisweilen zusammenzubrechen. Auch die Besetzung ist nicht durchgängig geglückt. Michael Madsen hat die Rolle des behäbigen, lustlosen Schmatzers für Tarantino wohl schon ein paar Mal zu oft gespielt; Tim Roth agiert befremdlich und voller Manierismen, derart hibbelig, als wäre er für einen verhinderten Christoph Waltz eingesprungen.

Aber selbst ein mittelmäßig aufgelegter Tarantino liefert noch einen halbwegs guten Beitrag. Samuel L. Jackson erzählt eine äußerst lustige Mär vom erfrierenden Gefangenen, der sich nur über einen Blowjob retten kann; ein unerwarteter Twist offenbart die Identität von vieren der Geheimniskrämer der „Hateful Eight“. Außerdem präsentiert Tarantino sein Werk in einem Ultrabreit-Bild-Format (70 MM), das angeblich zuletzt 1966 im Kino verwendet worden sein soll. So wird „Minnies Miederwarenladen“, in dem ein Großteil der Handlung spielt, zu einem Ort voller kleiner Details, die, alle wie gestochen, zur Analyse einladen – ob Pistole, Topf oder Kaffeetasse.