Guy Ritchies neue Serie „Young Sherlock“: viel Spannung, super Soundtrack

Hero Finnies Tiffin spielt den jugendlichen Meisterdetektiv – und sein Erzfeind stiehlt ihm die Show

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Serien-Prequels funktionieren, mal wieder. Nach „Young Sheldon“ und vor „Elle“ (der Vorgeschichte zu „Natürlich blond“, ab Juli auf Prime Video) wird jetzt die Kindheit und Jugend eines britischen Helden inspiziert: Guy Ritchie inszeniert „Young Sherlock“, die achtteilige Serie über den 19-jährigen Sherlock Holmes, der an der Oxford-Universität seine kriminalistischen Fähigkeiten entdeckt – aus der Not heraus. Holmes gerät nämlich selbst unter Verdacht, deshalb muss er eine weltweite Verschwörung aufdecken und seine verschwundene Schwester finden.

Gewitzte Dialoge, malerische Kulissen

Hero Fiennes Tiffin orientiert sich eher an der spielerischen Expressivität von Robert Downey Jr., der in zwei Guy-Ritchie-Filmen den idiosynkratischen Detektiv gab, als an Benedict Cumberbatch. Dessen Eleganz erreicht er jedenfalls nicht, dafür kann sehr schön spöttisch die Augenbrauen hochziehen. Die Dialoge sind gewitzt, die viktorianischen Kulissen malerisch. Manchmal wirken die Action-Momente fast wie Western-Szenen, typisch Guy Ritchie also – und natürlich liegt darunter ein Soundtrack aus Kasabian, Miles Kane und Placebo. Alles stilvoll, ein bisschen sehr gewollt vielleicht, aber effektiv. Es kommt eine chinesische Prinzessin vor, die Kampfsport kann, und an Plot-Twists und Versteckspielen mangelt es nicht. Die bei Krimis stets beliebten Rückblenden, die Lücken in der Handlung  erklären, sorgen für zusätzliche Spannung.

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Auch die Nebenrollen sind erstklassig besetzt – mit Colin Firth als schmieriger Sir Hodge, Natascha McElhone als verwirrte Mutter Holmes und Joseph Fiennes als zwielichtiger Vater (in der Wirklichkeit ist er Hero Fiennes Tiffins Onkel). Dónal Finn stiehlt allen die Show als gerissener James Moriarty. Noch ist er nicht Sherlocks Nemesis, nur angeblicher Freund und Unruhestifter.

„Young Sheldon“ lief sieben Staffeln lang. Das könnte „Young Sherlock“ auch gelingen, mindestens. Andrew Lanes Buchreihe, auf der die Serie basiert, hat acht Teile. (Prime Video)