Oscar-Kategorie endet erstmals seit Jahren in einem seltenen Unentschieden: „Ich mache keine Witze“

„The Singers“ und „Two People Exchanging Saliva“ gewannen beide einen Oscar in der Kategorie Live Action Short Film – zum erst siebten Mal in der Geschichte der Academy Awards.

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Zum erst siebten Mal in der Geschichte der Academy Awards gab es am Sonntagabend bei den Oscars 2026 ein Unentschieden. „The Singers“ und „Two People Exchanging Saliva“ gewannen beide einen Oscar in der Kategorie Live Action Short Film.

Presenter Kumail Nanjiani wirkte zunächst überrascht, als er den Umschlag mit den Gewinnern öffnete – dann aber kehrte die Fassung zurück. „Es ist ein Unentschieden. Ich mache keine Witze. Es ist tatsächlich ein Unentschieden. Also, alle: ruhig Blut. Wir kriegen das hin. Konzentriert euch“, sagte er.

Er erklärte, dass er zunächst einen Gewinner verkünden werde, und sobald dessen Dankesrede beendet sei, kämen die anderen an die Reihe. Als der erste Schock verflogen war, lieferte er noch eine treffende Beobachtung: „Es ist irgendwie ironisch, dass der Kurzfilm-Oscar doppelt so lange dauern wird“, sagte er.

Conan O’Briens Seitenhieb

Auch Show-Host Conan O’Brien mischte sich mit einem Witz über die Auswirkungen auf Wettbörsen ein: „Ich möchte beiden Gewinnern gratulieren“, sagte er. „Sie haben gerade 22.000 Oscar-Prognosen ruiniert.“

Unentschieden bei den Oscars sind zwar selten, aber nicht ohne Präzedenzfall. Das erste Mal war allerdings eine kleine Kuriosität: Bei der fünften Oscarverleihung, für die Jahre 1931 und 1932, gewann Frederic March für „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ und Wallace Beery erhielt einen Preis für „The Champ“. March hatte tatsächlich eine Stimme mehr als Beery erhalten, doch die damaligen Regeln sahen vor, dass ein Abstand von drei Stimmen als Unentschieden galt – die Academy hat diese Regel seither geändert.

Das nächste Unentschieden bei den Oscars ließ bis 1942 auf sich warten, als „A Chance to Live“ und „So Much for So Little“ beide in der Kategorie Documentary (Short Subject) gewannen. 1968 teilten sich Katharine Hepburn und Barbra Streisand den Preis für die Beste Hauptdarstellerin – für „The Lion in Winter“ beziehungsweise „Funny Girl“. Zwei Dokumentarfilme, „Artie Shaw: Time Is All You’ve Got“ und „Down and Out in America“, teilten sich 1986 den Sieg.

Seltene Oscars-Geschichte

In der Kategorie Live Action Short Film gab es 1994 ebenfalls zwei Gewinner: „Franz Kafka’s It’s a Wonderful Life“ und „Trevor“. Und zuletzt – bis heute – wurden 2012 in der Kategorie Tonschnitt „Skyfall“ und „Zero Dark Thirty“ gemeinsam ausgezeichnet.